Harpstedt - Uwe Pasiwan heißt er, wohnt am Harpstedter Mühlenweg, ist 51 Jahre alt – und kann sich in den nächsten zwölf Monaten mit dem Titel „Bürgerschützen-König“ schmücken. Denn am Dienstag schaffte es der Mann aus dem IV. Rott, dem Krötenrott, schon im ersten Umschießen, sich den Titel zu sichern.

98 Aktive hatten den Hut in den Ring geworfen und wollten König werden. 17 von ihnen kamen ins Umschießen. Da allerdings machte Pasiwan mit einer Zwölf alles klar. Der Harpstedter ist auf vielen Felder aktiv, spielt gern Tennis und ist passionierter Jäger. Pasiwan ist ledig und im Außendienst tätig. „Ich kann’s kaum fassen“, freute er sich – und viele freuten sich mit.

Als das Bürgerschützenfest frühmorgens begonnen hatte, regnete es noch Bindfäden. „Wir machen heute eine Schwimmeinlage“, kündigte Rekrutenausbilder Günter Lorenz vom IV. Rott in der Heinrich-Böll-Straße an. An solchen Tagen sei zu gebrauchten Zylindern zu raten – „falls mal der Kopf aufquillt“.

Elf Rekruten hatten sich diesmal vor dem „Truppenübungsplatz“ zur Ausbildung eingefunden – „wenn ich fertig bin, sind es noch drei“, frotzelte Lorenz. Die vergnügten Zuschauer wussten natürlich Bescheid: Ausbildung, das ist bei den Bürgerschützen kein Schleifen. Lachen ist angesagt. Gern streift sich Lorenz dabei die Chemikalien-Schutzhandschuhe über, um den Rekruten seinen hochprozentigen Ausbilder-Begrüßungstrunk einzuschenken, eine dickflüssige, braune Substanz, oft mit Waffenöl verwechselt. Diesmal machte er auch mit seiner Antwort auf die Hundekot-Diskussion im Flecken bekannt: ein Sammel-Beutel – „bildhübsch und biologisch abbaubar“.

Ein paar hundert Meter weiter, beim Amtshof, versuchte sich der Magistrat um Flecken-Bürgermeister Stefan Wachholder in der Volksaufklärung. Die Gemeindespitze warb für das Tragen von Unterhosen. Gerade zu Zeiten, da die Herrenwelt unter dem Einfluss alkoholhaltiger Getränke womöglich vergesse, den Hosenstall zu schließen, sei das doch so wichtig.

Der Magistrat hatte kurz zuvor ein Gruppenbild von sich angefertigt – und zwar im Hause von Oberst Rolf Ranke. Letzterer zeigte sich überrascht: „Ich freue mich, dass ihr mich besucht habt. Aber ich war gar nicht zu Hause.“

Nach dem Mittag brachte DJ Toddy in der Rottscheune die Feiernden in Bewegung. Vor allem die Damenwelt tanzte hier, die Herren waren eher am Tresen zu finden.

Unterdessen hatte Leutnant Bernd Volkmer gut zu tun, die Schlange der Angeklagten abzuarbeiten, die von der Wache zu den Ketten gebracht worden waren. Einer der Delinquenten: Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse. Vom Vorwurf, Wöbse wolle für die SPD kandidieren, rückte Volkmer ab. Aber den Zweispitz eines Offiziers zu tragen, „das geht ja gar nicht“.