HARPSTEDT - „Wir sind gerüstet. Wenn wir angesprochen werden, können wir aktiv werden. Jetzt sind die Helfer da.“ Das sagte am Sonntag Knuth Maier-Preuß, Vorsitzender vom Verein „Hospiz Samtgemeinde Harpstedt“ im DRK-Seniorenzentrum, als dort die Teilnehmerinnen an einem Hospizkursus ihre Zertifikate erhielten.

In der Zeit vom 24. März bis 17. Juni hatten sich 13 Frauen in einem 112-stündigen Lehrgang auf die ehrenamtliche Arbeit als Hospizhelferinen vorbereitet. „Alle haben durchgehalten. Keine Frau ist vorzeitig abgesprungen“, berichteten die Ausbilder Christian Woiwode und Rüdiger Schumacher vom Hospiz-Verein Horn.

Von den Teilnehmerinnen war zu hören, dass die intensiven Gespräche zum Thema „Sterbebegleitung“ auch als ein persönlicher Gewinn empfunden wurden. Die Angst vor dem eigenen Tod werde geringer, hieß es aus der Runde.

Dass sich ausschließlich Frauen zu dem Kursus angemeldet hätten, erklärten die Damen so: „Frauen sind mutiger. Die meisten Männer wollen nicht mal über das Thema Sterben reden.“ Von daher seien sie zufrieden, dass ihr Engagement wenigstens von den Ehemännern unterstützt werde. „Es hilft schon, wenn der Partner dahinter steht“, sagte eine der Beteiligten.

Die Samtgemeinde Harpstedt, der DRK-Ortsverein Harpstedt und die Kirchengemeinde Harpstedt förderten die Ausbildung durch einen finanziellen Zuschuss, so dass die Kursteilnehmerinnen nur einen Eigenanteil von 100 Euro übernehmen mussten. Wer die kostenlosen Dienste in Anspruch nehmen möchte, kann bei der Zentrale des Seniorenzentrums anrufen. Sie ist unter der Telefonnummer 04244-9400 zu erreichen und rund um die Uhr besetzt.

Der Verein „Hospiz Samtgemeinde Harpstedt“ hat nach Auskunft des Vorsitzenden aktuell um die 20 Mitglieder, von denen ein Teil aktiv ehrenamtlich in die Sterbegleitung einsteigen will. Daneben gibt es fördernde Mitglieder und Leute, die sich um anfallende Büroarbeiten kümmern. So gehören Uta Reinking als 2. Vorsitzende, Änne Männebeck-Meyer als Schriftführerin und Uwe Schumacher als Schatzmeister zum Vorstand.

„Jetzt, wo der Anfang gemacht ist, müssen wir verstärkt in die Öffentlichkeitsarbeit einsteigen, um den Verein bekannter zu machen“, sagte Maier-Preuß. Das solle sowohl über kulturelle Veranstaltungen wie ein Konzert oder einen Klavierabend als auch durch informative Veranstaltungen geschehen. Beispielsweise könne sich der Verein zusammen mit anderen Einrichtungen in Form eines Aktionstages „soziale Dienste in der Samtgemeinde“ vorstellen, meinte er.