HARPSTEDT/SYKE - Die Diakonie stand im Mittelpunkt des Kirchenkreistages. Hartz IV sorgt für erhöhten Beratungsbedarf.
Von Gunar Schulz-Achelis
HARPSTEDT/SYKE - Die gelungene Integration afrikanischer Asylbewerber in Harpstedt stößt im Kirchenkreis Syke-Hoya auf Interesse. Beim Kirchenkreistag am Dienstag im Syker Gemeindehaus erhielten die 60 Delegierten aus den 29 Gemeinden des evangelischen Kirchenkreises Syke-Hoya außerdem Informationen über diakonische Projekte wie die „Syker Tafel“, die Unterstützung der sozialen Schuldnerberatung durch Ehrenamtliche und über die kollegiale Praxisberatung bei den Kindergärten und die Solaranlage auf dem Seckenhauser Kirchendach.Die beiden Harpstedter Profimusiker Sibafo Toussido aus Kamerun und Komi Amefiohoun aus Togo begeisterten die Kirchenkreistagsdelegierten mit zwei Liedern und animierten sie zum Mitsingen.
Die Kirchengemeinde Harpstedt, so erfuhren die Delegierten, organisierte ehrenamtlich einen Deutschunterricht, half bei der Familienzusammenführung und andern Problemen. Die Afrikaner ihrerseits halfen bei der Kirchenrenovierung, gestalteten Kulturabende und Gottesdienste, fahren als Betreuer bei Jugendfreizeiten mit und leiten Trommelgruppen in der Gemeinde.
Die Vorsitzende des Diakonieausschusses, Pastorin Dagmar Brusermann aus Weyhe, machte eingangs deutlich: „Diakonie macht sich stark für andere. Wir gehen gestärkt aus dem Glauben hervor“. Durch die Hartz-IV-Gesetze würden die Beratungsstellen stark in Anspruch genommen. „Wir können die Arbeit in diesem Umfang nicht leisten. „Die Beratung von Hilfesuchenden muss allererste Priorität haben.“
Abstriche müsse man bei Gemeindeabenden oder anderen Arbeitsbereichen der Sozialarbeit machen. Sie warb für den Diakoniefonds des Kirchenkreises, mit dem Hilfesuchenden unbürokratisch und kurzfristig geholfen werden könne. Im nächsten Jahr jähre sich der Reaktorunfall in Tschernobyl das 20. Mal – von daher sei es wünschenswert, wieder Kinder aus dem verseuchten Gebiet in den Sommerferien einzuladen. Annette Grummt aus Harpstedt wurde in den Diakonieausschuss nachgewählt.
Kirchenkreissozialarbeiterin Ulrike Schink berichtete von der „Syker Tafel“, die fast nur durch Ehrenamtliche organisiert wird und wöchentlich über 500 Hilfebedürftige mit gespendeten Nahrungsmitteln unterstützt. Demnächst werde in Leeste durch die „Syker Tafel“ und in Hoya durch die „Nienburger Tafel“ eine Ausgabestelle eingerichtet.
