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Zeltfreizeit Auch die Frikandel ist gesetzt

Karsten Kolloge

HARPSTEDT - Die Veranstaltung, das wird schnell klar, hat für manch einen Teilnehmer Kult-Charakter. „Sieben“ war Hennes Hake, als er im Rahmen des Ganderkeseer Ferienpass-Programms erstmals an der Zeltfreizeit in Harpstedt teilnahm. Danach fuhr er bis zum 14. Lebensjahr jedes Mal mit. Heute ist der 25-Jährige immer noch dabei – jetzt als Betreuer. Was denn den Reiz ausmacht? „Es ist so schön, die Gesichter wieder zu sehen, das ist einfach eine nette Zusammenkunft.“

77 Kinder und Jugendliche sowie zehn Betreuer sind in diesem Jahr der Einladung zu dieser „netten Zusammenkunft“ gefolgt und haben sich am Montag auf dem Kreisjugendzeltplatz eingerichtet. Seit mehreren Jahren nehmen nicht nur Acht- bis 14-Jährige aus Ganderkesee teil, sondern auch Gleichaltrige aus Moormerland (Ostfriesland). Der Grund: Die Veranstaltung war vor 18 Jahren vom damaligen Trend-Leiter Fritz-Folkert Dirks initiiert worden, der nach seinem Wechsel nach Moormerland jedes Jahr mit Kinder aus seinem neuen Wirkungskreis teilnimmt. So erklärt sich auch die Insider-Bezeichnung des Treffens: „Deutsch-ostfriesische Freundschaft“.

Viele der Teilnehmer seien quasi Stammgäste, weiß Betreuerin Nina-Verena Müller. Aus dem Zeltlager heraus sei schon so manche E-Mail-Freundschaft entstanden.

Selbst beim Essensplan klingt Tradition durch. So servierte „Koch“ Thomas Brüning aus Moormerland, im Zeltlager passenderweise „Thomas Cook“ genannt, am Dienstag wieder die beliebten „Frikandellen“, holländische Frikadellen. „Die gibt es bei uns in der Ecke ganz viel.“ Junge Helfer für die Küche zu finden, sei überhaupt kein Problem, das sei alles eine Frage des Herangehens.

Das Freizeit-Programm wurde diesmal ein Stück weit vom Wetter mitgeschrieben. Angesichts der sommerlichen Temperaturen, so berichtete Nina-Verena Müller, sei am Montag und am Mittwoch das Freibad ein Muss gewesen.

Was der langjährigen Leiterin des Rethorner Jugendzentrums Treff besonders auffiel: „Fußball“ zählt diesmal zu den Hits. „Unter den Kinder sind viele Mädchen, die auch im Verein spielen.“

Eine ganz andere Herausforderung stand am Dienstag auf dem Plan – „Floß-Bau am Burggraben“. Angeleitet vom WSM Funsport aus Oldenburg, absolvierten die jungen Teilnehmer erst mal einen Kurz-Kursus in Knotenkunde. Danach ging’s ans Werk. Aus vier blauen Fässern, vier Holzlatten kurz, vier Holzlatten lang und insgesamt 42 Tampen sollte ein Wassergefährt entstehen – egal, nach welcher Bauart.

Wenig später sollte sich auf dem Burggraben zeigen, welche der elf entstanden Flöße bachtauglich waren. Aber selbst das Kentern machte erkennbar Spaß: „Lustig“ sei’s gewesen, fanden Leon, Erik, Johannes, Sven und Rebecca, als sie nach dem ungeplanten Bad wieder am Ufer waren und die Sicherheitswesten ablegten. Da hätte es des Trostes von Nina-Verena Müller eigentlich gar nicht bedurft: Alle erhielten ein Eis.

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