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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Harte Arbeit hinter den Tönen

15.12.2010

OLDENBURG Musik regt auf, und sie macht glücklich. Sie manipuliert, therapiert und wirkt wie Sex und Schokolade gleichermaßen. Macht Musik den Menschen? Diese Frage stellte sich bei den zweiten Oldenburger Schlossgesprächen eine hochkarätige Expertenrunde aus Wissenschaftlern und Musikern. Maybrit Illner moderierte die Diskussionsrunde vor rund 240 Gästen im Oldenburger Schloss.

Das Schlossgespräch – initiiert von EWE Stiftung, Hanse-Wissenschaftskolleg und Universität Oldenburg – geriet wohl auch deshalb zu einer harmonischen Komposition, weil sich die vier Podiumsteilnehmer nicht in wissenschaftlichen Erklärungen verloren. Selbst die physikalischen Ausführungen über Musikwahrnehmung von Hörforscher Birger Kollmeier klangen leicht und unterhaltend. „Menschen empfinden Musik dann als harmonisch, wenn sie bestimmten mathematischen Regeln folgt“, erläuterte der Professor für Physik an der Uni Oldenburg zum Beispiel.

Sozialer Klebstoff

Niemals zuvor war die musikalische Vielfalt so groß wie heute – von Beethoven bis Lady Gaga. „Ein Gewinn“, formulierte Melanie Unseld, Professorin für Kulturgeschichte der Musik an der Uni Oldenburg. Musik, welcher Art auch immer, sei ein sozialer Klebstoff, der Menschen verbindet.

Dabei muss Musik nicht zwingend verstanden werden, waren sich die Experten einig. „Wir assoziieren bestimmte emotionale Erfahrungen mit ihr und erleben sehr individuell Gefühle, bekommen zum Beispiel eine Gänsehaut“, erläuterte Gottfried Schlaug. Auch wenn es kein kodiertes Gen gebe, „sind einige Menschen doch mit einer musikalischen Grundausstattung geboren“, bestätigte der Professor für Neurologie an der Harvard Medical School.

Gehör fanden auch unmusikalische Menschen. „Etwa 10 bis 20 Prozent können sehr nahe liegende Töne nicht voneinander unterscheiden“, erklärte Schlaug das Phänomen, nicht gut singen zu können. Als sehr taktsicher gilt dagegen der Gelbhaubenkakadu „Snowball“, der im Internet derzeit ein Hit ist. In der Expertenrunde sorgte das musikalische Tier ebenso für Belustigung wie ein indischer Elefant, der angeblich ebenfalls einen Rhythmus klopfen kann.

Gnadenloser Beruf

Wie viel harte Arbeit hinter wohlklingenden Tönen steckt, schilderte ausgesprochen amüsant Karen Kamensek, derzeit stellvertretende Generalmusikdirektorin der Hamburgischen Staatsoper. „Mein Beruf ist gnadenlos“, verriet die gebürtige Amerikanerin, die am Oldenburgischen Staatstheater Anfang des Jahres Verdis „Troubadour“ dirigierte.

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, war Friedrich Nietzsche zu Beginn der Veranstaltung zitiert worden. Und nach zwei Stunden war auch dies klar: „Musik ist eine Hure, die mit jedem Text geht“, schloss indes Maybrit Illner mit den philosophischen Worten von Ernst Bloch.

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