Lemwerder - Auf der einen Seite wunderschöne Songs, Chansons, Lieder und Instrumentalstücke zwischen Kammerpop, Jazz, Folk und Chanson, auf der anderen Sarkasmus und bittere Ironie: Die Besucher der Begu in Lemwerder werden in den kommenden Tagen in ein Wechselbad der Gefühle getaucht. An diesem Donnerstag, 25. April, treten um 20 Uhr die Kabarettisten Henning Venske und Kai Magnus Sting mit ihrem Programm „Gegensätze“ in der Begegnungsstätte auf. Zwei Tage später, an diesem Sonnabend, 27. April, sorgt das Bremer Schné-Ensemble mit einfühlsamen Songs für den krassen Gegensatz.
Gestandener Kabarettist
„Großvater“ Venske, der 1939 in Stettin geboren wurde und der nach einer Schauspielausbildung 1968 den Weg zum Rundfunk wagte, und „Enkel“ Sting besuchen einander, um den Generationenvertrag auszuloten: Sie stellen sich den verbindenden, aber auch trennenden Grenzen ihres gemeinsamen Stammbaums. Für gestandene Kabarettisten, wie die beiden es nun wahrlich sind, gehört die Kunst des Überschreitens natürlich dazu, und dass dabei mit Worten scharf geschossen wird, ist eine Selbstverständlichkeit. Und so nehmen die beiden Kabarettisten alles Gegensätzliche ins Visier, was ihnen in die Quere kommt, und kümmern sich so ums große Ganze: Seniorenresidenz und Studentenwohnheim, Chillen und Malochen, Politik und Neurosen, Wellensittich und Kampfhund, Beten und Denken, Bösartigkeit und Gelächter.
In den 70er Jahren hatte Venske wiederholt – auch juristische – Auseinandersetzungen mit den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und bekam dort Haus- und Sendeverbote: „Er hat den Freiraum für Satire immer wieder erheblich überschritten”, hieß es seitens des Hessischen Rundfunks. So avancierte er zu „Deutschlands meistgefeuerter Satiriker“.
Venske war später Regisseur bei der „Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Im März 2009 verlieh ihm der Hamburger Senat die Biermann-Ratjen-Medaille als Auszeichnung für künstlerische und kulturelle Verdienste um Hamburg. 2010 erhielt er zusammen mit seinem Partner Jochen Busse den Ehrenpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis.
Überraschung
Das Ensemble „Schné“ setzt sich zusammen aus der gleichnamigen Sängerin, einigen Mitgliedern der Band „Mellow Melange“ sowie der niederländische Akkordeonistin Mariska Nijhof. Die Musik des so entstandenen Ensembles klingt immer wieder überraschend, nie lässt sie sich stilistisch fassen.
Alle Ensemblemitglieder sind ausnahmslos in vielen anderen musikalischen Projekten und Stilrichtungen zu Hause und bringen gemeinsam ein völlig neues und dennoch ausgereiftes Projekt auf die Bühne. Das „Schné Ensemble“ – eine akustische Mischung aus Pop und Jazz, Kammermusik und Chanson – berührt Herz und Sinne. Und es nimmt die Zuhörer mit in die verschiedensten Stimmungen.
