Harkebrügge - Als „hartnäckig“ bezeichnete Johannes Brinkmann, Pfarrer der katholischen St.-Marien-Kirchengemeinde, die Harkebrügger Einwohner, als sie vor mehr als 150 Jahren gegen etliche Widerstände von Außen den Bau einer eigenen Kirche verfolgten.
Doch sie konnten sich durchsetzen und ließen sich ein imposantes Kirchengebäude in ihren circa 580-Seelen-Ort setzen. Die Konsekration durch den Bischof zu Münster, Johann Georg Müller, erfolgte am 7. September 1862 – ein Jubiläum, das am Freitag mit einem Festgottesdienst und einem gemütlichen Abschluss im Pfarrheim gefeiert wurde.
„Wir haben nun allen Grund zu feiern und Gott für dieses Haus zu danken“, führte der Pfarrer der Kirchengemeinde St. Ansgar, Ludger Becker, in seiner Predigt aus. Ein wenig mehr Besucher hatten sich die Gemeindeverantwortlichen zu diesem Ereignis allerdings schon erhofft. „Doch warum sollte es heute anders sein als bei anderen Gottesdiensten?“, fragte der Pfarrer. Der Rückgang der Kirchenbesucher zog sich wie ein roter Faden durch seine Predigt. Die Menschen drängen nicht mehr zur Kirche und die Kirchenaustritte in Deutschland würden gewaltige Züge annehmen. Den Grund zu hinterfragen, sei müßig. Jeder müsse das für sich selber entscheiden. „Was wird in 50 oder 100 Jahren sein? Ich weiß es nicht“, sagte ein etwas ratloser Ludger Becker. Zugleich machte er unmissverständlich klar: „Es gibt keine Alternative zu Gott.“
Der Gottesdienst – zelebriert von Ludger Becker, Johannes Brinkmann, dem angehenden Barßeler Priester Albert Lüken sowie Diakon Clemens Hogeback – wurde musikalisch vom Musikverein Harkebrügge, vom Gesangsverein Harmonia und vom Sologesang von Bärbel Müller aus Detern mitgestaltet.
Sämtliche Harkebrügger Vereine hatten sich mit ihren Fahnen- und Bannerabordnungen um den Altar versammelt. Das Kirchenportal schmückte ein großer Kranz. Den Schlusspunkt unter den Jahrestag setzten am Abend die Sakramentprozession um die Kirche und hinterher der sakramentale Segen in der Kirche.
Beim gemütlichen Teil im Pfarrsaal erinnerte Pfarrer Johannes Brinkmann an die Diskussionen, die 1840 zwischen den Harkebrüggern entbrannt sind. Sie favorisierten eine eigene Kirche im Dorf, weil der Weg nach Barßel vor allem im Winter sehr beschwerlich war. „Unterwegs in Lohe gab es auch noch die Gaststätte Kurfürst“, sagte Brinkmann mit einem verschmitzten Lächeln zu den Gästen. Auch wollten die damaligen Einwohner nicht länger für die Barßeler Kirche bezahlen. Begonnen wurde mit dem Bau 1858. Drei Jahre später war die neue Kirche bereits fertiggestellt.
