HASBRUCH - Für Familie Wulf hat in diesem Jahr der Advent schon etwas früher begonnen als für andere Familien. Genau gesagt einen Monat früher, am 1. November: An diesem Tag fing das Filmteam von Landlust TV, einer neuen Sendung des NDR, an, auf ihrem Grundstück am Rande des Hasbruchs zu drehen – und zwar zum Thema „Vorweihnachtszeit im Wald“.
Seit fünf Jahren lebt Familie Wulf – das sind die Eltern Carsten und Christina sowie die Kinder Greta (11), Carl (9) und Emma (7) – hier auf dem Land. Ursprünglich sollte der ehemalige Sitz des Forstamtes Hasbruch den Bremern bloß als Wochenendhaus dienen. Doch bald schon wollten sich vor allem die Kinder gar nicht mehr von ihrem zweiten Zuhause trennen, und die Familie zog komplett in das Idyll ein.
Und genau so ein Idyll hatten auch die Macher von Landlust TV gesucht. „Sie haben gezielt die Förstereien angesprochen“, erzählt Christina Wulf. Der hiesige Revierförster Jens Meier kam dann mit diesem Anliegen auf ihre Familie zu. Den Dreh hat sich Christina Wulf gut überlegt. „Von solchen Homestorys halte ich eigentlich überhaupt nichts.“ Doch der gute Ruf der Produktionsfirma, des Senders und nicht zuletzt der Zeitschrift „Landlust“ hätten sie überzeugt. Die Zeitschrift stehe schließlich nicht für das romantisch-verkitschte Abbild des Landlebens, sondern für bodenständige Geschichten und für Traditionen, die offen für Neues sind.
Adventsschmuck basteln
Von solchen ganz persönlichen Traditionen will auch Landlust TV erzählen. Vor der Kamera musste Familie Wulf dazu Adventsschmuck basteln und einen Tannenbaum schmücken, Mufflonragout kochen und Plätzchen backen. Sieben Tage hat das Filmteam vor Ort gedreht. „Das war am Anfang schon schwer: Wir durften nicht direkt in die Kamera schauen, wir sollten sie einfach ignorieren“, erzählt Greta von den Dreharbeiten. Ihre jüngeren Geschwister haben sich indes weniger Gedanken gemacht, berichtet ihre Mutter. „Gerade Emma hat einfach drauflos geplappert.“ Von den Aufgaben in ihrer Bremer Tanzschule haben sich die Eltern selbst beurlaubt, die Kinder mussten auf Sport und Musik am Nachmittag verzichten.
Das Ergebnis soll auf zwei Tage zusammengeschnitten werden, von den anderthalb Stunden Sendung werden am Ende wohl ein Drittel auf Familie Wulf entfallen. Die Geschichte, die diese 30 Minuten erzählen, wurde in Zusammenarbeit mit der Familie entwickelt: Christina Wulf musste vorher einen sechs Seiten langen Fragebogen ausfüllen und dabei von ihren Traditionen berichten. Daraus erarbeitete dann eine Autorin das Drehbuch.
Im Wald picknicken
Die Hauptszene von Familie Wulf ist ein großes Picknick unter einer geschmückten Tanne mitten im Wald. Gedreht wurde diese Aktion im Reiherholz, im Naturschutzgebiet Hasbruch dürfen schließlich die Wanderwege nicht verlassen werden. „Auch sonst picknicken wir gerne. Normalerweise nur nicht unter geschmückten Tannen“, gibt Christina Wulf zu. „Aber das war wirklich schön.“
Für die Familie sei der Dreh auf jeden Fall eine großartige Erfahrung gewesen. Besonders interessant sei der Octokopter gewesen, eine Kamera, die mit acht Propellern über das Haus hinweg geflogen ist. „Und die Kinder können jetzt auch mit Begriffen wie ,Cut‘ und ,Klappe‘ etwas anfangen. Außerdem wissen sie nun, wie Fernseh-Machen funktioniert.“ Ihren Ausflug ins Filmgeschäft können Christina und Carsten Wulf selbst nur aufgezeichnet ansehen. Ihre Tanzschule organisiert zur Sendezeit einen Weihnachtsball. „Ich hatte schon kurz überlegt, ob ich mich kurz wegschleiche und nebenan fernsehe. Aber der Ball ist dann doch wichtiger.“
