HATTEN - An den Moment, als Jürgen Fischer zum ersten Mal die Stimme des georgischen Sängers George Gagnidze hörte, erinnert sich der Hatter noch genau: „Er sang an den Städtischen Bühnen Osnabrück den Renato in Verdis ,Un ballo in maschera‘, da fiel mir sofort die Intensität und Durchschlagskraft seiner Stimme auf“, sagt der Hatter Verdi-Experte. Ein italienischer Freund und Verdi-Liebhaber aus Osnabrück hatte ihn auf den Georgier gebracht. Für Fischer, der sich seit 29 Jahren mit Verdi befasst, war sofort klar, welches Potenzial in dem 33-jährigen Sänger aus Tiflis schlummert. Als Mitglied der Verdi-Gesellschaft „Amici di Verdi“ vermittelte Fischer den Tenor aus dem Osten zum berühmten Gesangswettbewerb Concorso Internazionale Voci Verdiane 2005. Fischer managte den Auftritt in Parma und Busseto mit Erfolg. „George durchlief die Vorrunde und das Semifinale mit Bravour und im Finale siegte er mit einer Rigoletto-Arie“, berichtet Jürgen Fischer. Für den Georgier

sollte sich der Gewinn gleich doppelt auszahlen. Gemeinsam mit den anderen Preisträgern des 45. Concorso Internazionale Voci Verdiane tourte er unter der Leitung von Lorin Maazel durch Japan. Außerdem wurde er in das Ensemble des Nationaltheaters Weimar aufgenommen. Hier brillierte der Georgier in der Titelrolle in Guiseppe Verdis „Nabucco“. 2006 und 2007 folgten Gastspiele am Opernhaus in Valencia. Bei all seinen Auslandsgastspielen bleibt der Georgier telefonisch und in Briefen in Kontakt mit seinem Freund und Mentor Jürgen Fischer, der aufmerksam von Hatten aus die Karriere seines georgischen Freundes verfolgt.

„Für mich war der weitere Weg von George schön zu verfolgen. Ich glaube, ihm steht eine große Karriere bevor“, sagt der Hatter Verdi-Experte, der sich beruflich mit Steuerbetrügern herumschlagen muss. Den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere hat der 33-jährige Georgier bald vor sich: Im Juli gibt George Gagnidze sein Debüt als Giorgio Germont in Guiseppe Verdis „La Traviata“ an der Mailänder Scala.

Geht es nach Jürgen Fischer, dann könnten bald auch die norddeutschen Opernfreunde in den Genuss eines Auftritts von George Gagnidze kommen. „Ein Konzert im Rasteder Palaisgarten wäre der passende Rahmen“, findet Verdi-Freund Fischer.