HATTEN/OLDENBURG - „Ihr habt heute einen ganz großen Schritt zu euch selbst gemacht, denn ihr zeigt, wie wichtig Demokratie, Toleranz und Menschenwürde für uns alle sind.“ Mit diesen Worten wandte sich Geschichtslehrer Volker Westerkamp bei der Eröffnung der Ausstellung „Erinnerte Vergangenheit. Der Nationalsozialismus in zwölf Zeitbildern“ anerkennend an seine Schüler von der Waldschule Hatten in Sandkrug. Rund 150 Gäste, darunter Hattens Bürgermeisterin Elke Szepanski und Dr. Horst Zillessen, ehemaliger Präsident der Universität Oldenburg, honorierten die Arbeit der fleißigen Hauptschüler am Donnerstagabend im Oldenburger Schloss-Saal mit tosendem Beifall.
Mehr als ein Jahr lang hatten die 24 Schüler der Klasse 9bH die Ausstellung gemeinsam mit Westerkamp vorbereitet. Bis zum 15. November sind die zwölf Ausstellungsobjekte, eines für jedes Jahr der NS-Diktatur, im Oldenburger Schloss zu sehen. Die Inszenierungen sind symbolträchtig und bedeutungstragend: ein Trümmerhaufen steht für die totale Zerstörung, ein Stück Zaun mit Stacheldraht ist dem Zwangsarbeiterlager in Ohmstede täuschend echt nachempfunden und schafft Bezug zur Region. Von den Schülern geschriebene Texte an jedem Ausstellungsstück geben weiterführende Informationen.
„Diese Ausstellung ist ein Beitrag, der an die Zeit des Nationalsozialismus erinnert, und damit Aufklärung über einen schwierigen Abschitt deutscher Geschichte leistet“, sagte Eva Frömchen-Neddermann von der museumspädagogischen Abteilung des Oldenburger Landesmuseums für Kunst- und Kulturgeschichte, die die Jugendlichen bei ihrer Arbeit begleitete und unterstützte.
Auch die Schüler selbst brachten in einer bewegenden Ansprache am Rednerpult ihren Stolz und ihre Freude über das Erreichte zum Ausdruck. Rabea Hamann und Christian Husse sprachen stellvertretend für alle.
