HATTEN - Die Gastronomen in der Gemeinde Hatten haben sehr unterschiedliche Erfahrungen mit dem Nichtrauchergesetz gemacht, das seit dem 1. August in Niedersachsen gilt. Das ergab eine Umfrage der NWZ unter einigen Gastwirten.

„Wir haben nur Probleme“, berichtete Kai Ripken vom Gesellschaftshaus Ripken in Streekermoor. Zwar gebe es im Restaurantbereich keine Schwierigkeiten, doch bei Feiern größerer Gesellschaften zeige sich ein anderes Bild: „Letzte Woche hatten wir eine Feier mit 120 Personen, davon 50 Raucher, die sich alle draußen aufgehalten haben“, sagte Ripken. Die Atmosphäre einer solchen Feier werde dadurch kaputt gemacht. Große Probleme sieht er in der Kohlfahrtsaison auf die Gastronomie zukommen: „Wir planen elf Kohlfahrten mit jeweils 350 Gästen, aber ich glaube, wir kriegen höchstens fünf hin“, vermutet er einen Einbruch der Auftragslage.

Auch Eckard Bruns-Schnitker vom Hotel „Zum Deutschen Haus“ in Kirchhatten hat bereits Erfahrungen mit geteilten Gesellschaften gemacht: Zwar werde das Rauchverbot von den Auftraggebern sehr wohlwollend angenommen, doch bei schönem Wetter stehen 50 Prozent der Gäste vor der Tür: „Das ist für die Atmosphäre einer Hochzeit nicht gut.“ Insgesamt habe er jedoch noch kein großes Murren über das Qualmverbot vernommen. „Im Winter könnte ich mir aber Gezeter vorstellen“, meint Bruns-Schnitker, der darüber hinaus von Irritationen bei Hotelgästen berichtet. Demnach übernachteten in Kirchhatten viele Gäste aus anderen Bundesländern, in denen noch keine entsprechende Nichtrauchergesetzgebung erfolgt ist: „Da kommt es zu den ersten Missverständnissen“, sagt Bruns-Schnitker, der in diesem Punkt ganz auf Aufklärung setzt.

Auf Verständnis bei ihren Gästen stößt Christina Mackenzie vom Landgasthaus Brüers in Munderloh. „Die Gäste reagieren sehr diszipliniert und gehen von sich aus für die Tür.“ Für die Kegelclubs gibt es derzeit noch eine Sonderregelung: Vor den Kegelbahnen steht noch ein Aschenbecher. Ein spezieller Raucherraum soll ab November zur Verfügung stehen. Das Landgasthaus setzt schon seit längerer Zeit auf ein Rauchverbot: „Die Gäste kommen noch, so schlimm kann es also nicht sein“, findet Christina Mackenzie.

Unterschiedliche Erfahrungen hat auch Renate Rothert von der Gaststätte „Alte Post“ in Sandhatten gemacht. Im Restaurantbereich laufe das Rauchverbot problemlos, während es an der Theke durchaus Diskussionen gebe: „Da herrscht schon schlechte Stimmung“, erzählt die Gastwirtin, deren Stammgäste im Schankraum zu 90 Prozent Raucher sind. Den bisherigen zweiten Raum für größere Gruppen habe man inzwischen zum Raucherzimmer umfunktioniert. Doch wenn mehr als eine größere Gesellschaft zu Gast ist, stößt die Gaststätte an ihre Kapazitätsgrenzen, weil der Ausweichraum fehlt.

Eine ähnliche Situation hat Deltef Barkemeyer vom Schützenhof Kirchhatten festgestellt: Im Restaurantbereich laufe die Umsetzung des Nichtrauchergesetzes reibungslos, aber „an der Theke sind die Leute am Mosern“, so der Gastronom. Ein kleines Clubzimmer habe man inzwischen zum Raucherzimmer umfunktioniert. Dies sei aber nur eine „notdürftige Lösung“.