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Krise Bei Landfrauenverein Streek Ohne Vorstand droht im Januar die Auflösung


 Lichtblick auf einer unbefriedigend zu Ende gegangenen Versammlung: Die Vertrauensfrauen dankten der 1. Vorsitzenden Marianne Rehling (4. v. l.) für ihre Arbeit. 
privat

Lichtblick auf einer unbefriedigend zu Ende gegangenen Versammlung: Die Vertrauensfrauen dankten der 1. Vorsitzenden Marianne Rehling (4. v. l.) für ihre Arbeit.

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Hatterwüsting - Diesen Brief zu schreiben, darauf hätte Marianne Rehling im letzten Jahr ihrer Amtszeit als 1. Vorsitzende des Landfrauenvereins Streek gerne verzichtet. Es ist ein Brandbrief, der die insgesamt 200 Mitglieder des Vereins erreicht hat. „Ich möchte noch einmal jedes Mitglied aufrütteln, sich selbst zu fragen, was man tun kann, um das Fortbestehen unseres Vereins über das nächste Jahr hinaus zu sichern“, schreibt die 72-Jährige.

Dem Verein geht es gut

Seit der Jahreshauptversammlung im Februar steht einer der mitgliederstärksten Vereine der Gemeinde mit dem Rücken zur Wand. Trotz wiederholter Appelle und einer schon vor Monaten eingeleiteten Suche nach neuen Frauen für den Vorstand meldete sich unter den 90 Anwesenden im Hotel Meiners keine einzige Kandidatin. Marianne Rehling selbst muss nach 28 Jahren, in denen sie für den Landfrauenverein gearbeitet hat – darunter sechs Jahre als 1. und vier Jahre als 2. Vorsitzende –, jetzt einen Schlussstrich ziehen.

Am Ende einer emotionalen Debatte stimmte die Versammlung, obwohl keiner es wirklich wollte, zwangsläufig für die Auflösung des Vereins zum Januar 2020. Der alte Vorstand wird bis zu diesem Zeitpunkt kommissarisch weiterarbeiten. Es ist schon paradox: Der Kassenstand ist fünfstellig und bewegt sich damit in Sphären, von denen viele andere Vereine nur träumen können. Das Veranstaltungsprogramm für die kommenden Monate – 14 Termine, davon die Hälfte Ausflüge und Reisen – ist fertig geschnürt. Der Start für einen neuen Vorstand und eine neue 1. Vorsitzende könnte kaum einfacher sein.

Hoffnung noch lebendig

Doch auch wenn es viel Beifall für die Bilderschau gab, die auf der letzten Zusammenkunft an die vielen gelungenen Veranstaltungen der Frauengemeinschaft erinnerte, winkten alle als Nachfolgerinnen für Marianne Rehling ins Spiel gebrachten Frauen ab. Die meisten fühlen sich wegen ihres Alters der Aufgabe nicht gewachsen, die wenigen Berufstätigen wegen Berufstätigkeit zeitlich nicht in der Lage. Am Ende blieb Wahlleiterin Thea Oltmann vom Kreisvorstand keine andere Wahl, als die Auflösung des LFV Streek satzungsgemäß in die Wege zu leiten.

„Als Hoffnungsschimmer bleibt die Möglichkeit, dass alle Frauen des Vereins aktive und interessierte Frauen aus Sandkrug und Umgebung zu den kommenden Terminen mitbringen und die Stärken des Vereins vermitteln“, so die ehemalige Vorsitzende und jetzige Schriftführerin Gisela von Beeck-Böhne. Die nächsten Aktionen, so hofft sie, könnten zeigen, dass allen Frauen vor Ort hier eine Plattform für Engagement, Bildung, Spaß und Interessenvertretung finden. Besonders die Altersgruppe der Frauen, die das Leben auf dem Land neben Berufstätigkeit und Familie (oder auch für Arbeit und Kinder) mitgestalten wollen, hätte hier die Chance, in einem Team Gleichgesinnter und gut vernetzt etwas zu bewegen.

Marianne Rehling hat in der Vergangenheit einiges versucht. Neben den üblichen Nachmittagstreffen wurden für Berufstätige günstigere Abendtermine mit Themen für die jüngere Generation getestet. Geworben wurde dafür gezielt in Kindergärten. „Leider ohne Erfolg, keine einzige jüngere Frau ist gekommen“, sagt die kommissarische Vorsitzende.

Starke Stimme für Frauen

Dennoch mag sie sich ein Scheitern nicht vorstellen. „Wir sind Teil eines großen Verbandes, der gegenüber Landtags- und Bundestagsabgeordneten, also im politischen Raum unsere Interessen, die Interessen der Frauen auf dem Lande, vertritt. (...) Landfrauen haben in dieser männerdominierten Gesellschaft eine starke Stimme! Diese sorgt dafür, dass Werte nicht untergehen in unserer Gesellschaft, die für uns wichtig sind und die wir unseren Kindern – die Ihr Euren Kindern – mit auf den Weg in eine gute Zukunft auf dem Lande geben könnt“, hat sie allen Mitgliedern geschrieben.

Sie stehe für jedes Gespräch und jede Bewerbung gerne zur Verfügung. „Kurze E-Mail am mich, auch vertraulich, und so wird unser Verein weiter bestehen, da bin ich mir sicher.“

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten
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