HATTERWüSTING - Altes Handwerk hat einen festen Platz in Hatterwüsting: Im Schmiedemuseum am Sandweg bringt Schmiedemeisterin Angelika Hein den Amboss zum klingen. Ursprünglich waren hier allerdings eher Sägen zu hören. „Mein Opa Heinrich Kieselhorst war Tischler, er hat sich um das Jahr 1900 hier angesiedelt“, sagt Ines Kieselhorst, die gemeinsam mit ihrer Schwester Angelika heute das Schmiedemuseum mit Kulturkneipe führt.
Mit Sohn Alexander Kieselhorst lebt die vierte Generation auf dem Anwesen, das Ines’ Vater Heino Kieselhorst nach seiner Ausbildung zum Schlosser und Schmied in eine Schmiede umwandelte. Zahlreiche Exponate im Schmiedemuseum wie Beschläge, Riegel und Schlösser stammen aus Kieselhorsts aktiver Zeit als Kunstschmied. In seinem Beruf hat er mehr als 40 Kirchen im norddeutschen Raum restauriert.
Die Kultur lag Heino Kieselhorst immer im Blut: 20 Jahre lang war er Speelbaas der Theatergruppe im Heimatverein und eröffnete zuerst das Schmiedemuseum und später die dazugehörige Gaststätte. Sein musikalisches Talent, das er als Sänger in verschiedenen Chören und als singender Schmiedewirt bewies, gab er auch den Töchtern Ines und Angelika mit. Beide haben einige Zeit außerhalb von Hatterwüsting verbracht, Ines in München, Angelika kam bis nach Ägypten.
Seit Heino Kieselhorst im Mai vergangenen Jahres starb haben die Töchter die Regie in Schmiede und Gastronomie übernommen und verwirklichen ihre Vorstellung von der „Erlebniswelt Schmiedemuseum“. Dazu gehören, wie Ines Kieselhorst berichtet, zum Beispiel Schmiedevorführungen, Kutschfahrten in der Umgebung oder Ritterprüfungen mit rustikalem Gelage. Wie schon ihr Vater unterhalten die beiden ausgebildeten Sängerinnen ihre Gäste auch gerne mit einem Lied. Gleichzeitig steht das Museum auch anderen Musikern oder Künstlern für Konzerte und Ausstellungen zur Verfügung.
„Die ungewöhnlichste Ausstellung bisher war sicher die Axtausstellung“, sagt Angelika Hein. Passend zur Schmiede hatte der Astruper Sammler Kai Kloppenburg im vergangenen Jahr 50 Äxte aus verschiedenen Epochen im Schmiedemuseum ausgestellt – und auch selbst gleich an einem Schmiedekursus bei Angelika Hein teilgenommen.
