Heide/Ganderkesee - Für Familie Wessolowski ist die Musik ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Katja Wessolowski spielt Kontrabass und auch ihre vier Kinder beherrschen eines oder mehrere Instrumente. Dass sie musizieren sollen, war für die 47-jährige Mutter von Anfang an klar: „Ich finde es wichtig, dass sie sich noch in einer anderen Sprache ausdrücken können.“
Die Sprache der Musik beherrschen die 14 Jahre alte Freya und ihr 16-jähriger Bruder Philipp mittlerweile so gut, dass sie Ende März zum Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ nach Hannover fahren. Mit ihrem Können haben sie bereits am 27. Januar die Jury des Regionalentscheids im Alten Rathaus in Wildeshausen überzeugt. Freya spielte auf ihrer Geige unter anderem Stücke von Vivaldi und Mozart, Philipp präsentierte auf dem Cello Kompositionen von Bach und Haydn.
Die Geschwister aus Heide haben sich intensiv auf die Prüfungssituation vorbereitet. Das Musizieren gehört für sie zum Alltag: Etwa ein bis zwei Stunden am Tag spielen sie auf ihren Instrumenten, meistens in den Abendstunden. Beide haben im Alter von vier Jahren mit dem Musikunterricht begonnen. Beim Tag der offenen Tür der Musikschule sollte sich Freya für ein Instrument entscheiden: „Ich bin immer wieder zur Geige gegangen“, sagt sie. Mittlerweile hat sie zusätzlich Klavierunterricht und beherrscht das Instrument ebenso gut wie die Geige. Auch Philipp entschied sich zuerst fürs Klavier. „Cello spiele ich, seit ich acht Jahre alt bin“, berichtet er.
Katja Wessolowski ermunterte ihre Kinder immer wieder zum Üben. Beide hatten auch Phasen, in denen die Lust am Musizieren nicht so groß war. „Irgendwann kam aber der Zeitpunkt, an dem ich gemerkt habe, dass ich es für mich selber möchte“, sagt Philipp. Der Wettbewerb „Jugend musiziert“ sei deshalb auch eine Bestätigung, dass es sich gelohnt habe. „Ich setze mir kleinere Ziele“, sagt der 16-Jährige.
Die beiden Jugendlichen gehen mehrmals in der Woche zum Unterricht, spielen im Jugendsymphonieorchester Bremen-Mitte und haben noch andere Aktivitäten rund um die Musik. Trotzdem sind die Geschwister, die das Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst besuchen, ganz normale Teenager. Sie treffen sich mit Freunden und verbringen auch mal Zeit mit Smartphone oder Computer. Bis Ende des vergangenen Jahres ging Freya außerdem zum DLRG-Schwimmtraining. Nebenbei arbeitet sie zudem als Baby- und Hundesitterin. Philipp spielte Fußball und ist jetzt als Schiedsrichter aktiv. Zusätzlich gibt er Nachhilfe in Latein.
Da die 18-jährige Schwester Charlotte Bratsche spielt und auch die zehnjährige Friederike das Klavierspiel erlernt, könnte die Familie ihr eigenes kleines Orchester gründen. „Zu Weihnachten oder besonderen Geburtstagen spielen wir alle zusammen“, sagt Katja Wessolowski. Doch die gemeinsamen Auftritte sind selten: Da alle in Orchestern und Quartetten spielen, seien sie ausgelastet.
Am Sonntag, 10. Februar, gibt es die Möglichkeit, die Geschwister auf der Bühne zu erleben. Dann treten Philipp und Freya Wessolowski beim Preisträgerkonzert des Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“ auf. Das Konzert beginnt um 16 Uhr im Saal der Musikschule an der Burgstraße 17 in Wildeshausen.
