HEIDE - Heides Großraumturnhalle war am Freitagmittag Serengeti, Hühnerhof und Jurassic Park in einem. Löwen trotteten übers Linoleum, Federvieh lief umher – und Dinosaurier setzten sich zur Rast nieder. Der Anlass fürs Stelldichein der Tierwelt: Die Grundschule Heide setzte gemeinsam mit 18 Musikern der Bremer Philharmoniker Camille Saint-Saëns „Karneval der Tiere“ in Szene. Die 400 Gäste waren begeistert und zeigten das mit lang anhaltenden Beifall.
Zu dem Karneval mitten im September war es gekommen, „weil ich abends so lange im Büro sitze“, flachste Rektorin Ulla Dunker. Schon vor Wochen hatte sie ihre Grundschule angemeldet für das Schulprojekt der Bremer Philharmoniker – wohl wissend, dass die Interessenten-Liste ellenlang ist. Umso größer war die Überraschung, als Marko Gartelmann, Koordinator für Nachwuchsförderung bei den Philharmonikern, dann vor einigen Wochen anrief – „gegen 22 Uhr“.
Was Ulla Dunker an dem Schulprojekt so gefällt: Das Vorhaben ist nicht „nur“ Konzert, sondern bringt Musiker und Kinder zusammen. Nach einer Projektwoche, in der sich alle neun Klassen mit jeweils einem Tier befasst und Kostüme sowie Masken vorbereitet hatten, kamen am Freitagmorgen die Philharmoniker in die Schule. Erst stellten sie kurz das Stück von Saint-Saëns vor, um dann in Zweiergruppen in die Klassen zu gehen, Instrumente vorzustellen und mit den Kindern eine Choreographie zu erarbeiten.
„Sehr aufmerksam“ sei „seine“ Klasse, die 1a, gewesen, attestierte Trompeter Thomas Ratzek später. Die Kinder wollten als Fische mitwirken, also wurde eine Aquarium-Choreograhie einstudiert. „Natürlich“ habe jedes Kind sich an der Trompete versuchen dürfen. Was Ratzek besonders gefiel: „Drei Schüler haben einen sehr guten Trompetenansatz.“
Um Punkt 12 Uhr ging’s los. „In einem fremden Kleid werden Träume Wirklichkeit“, reimte die Rektorin, bevor die langmähnigen Löwen der 4a zur Musik in die Halle schlichen und wilde Hühner aus der 2c die Tanzfläche unsicher machten. Ganz anders die Schildkröten aus der 4b. Ihre Philosophie: „Die Langsamkeit hat überlebt, auch jeden, der die Macht erstrebt.“
„Fantastisch“, meinte am Ende Ulla Dunker, und auch Gartelmann schwärmte: „Exzellent“ sei das Projekt gelaufen. Man werde die Heider Kinder demnächst zum Besuch der „Musikwerkstatt“ einladen, da könnten sie einen Vormittag lang Instrumente ausprobieren.
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