HEIDMüHLE - „Richtig Zeit füreinander haben wir erst, seit ich im Ruhestand bin“, sagt Otto Meins. Bis dahin sei es ein unruhiges Leben gewesen, mit Sitzungen auch an den Wochenenden, verrät der frühere Schortenser Gemeindedirektor. Seine Frau Inge, geb. Körner, nahm es offenbar gelassen, denn an diesem Sonntag ist das Paar 60 Jahre verheiratet.

Beide sind echte Heidmühler, hier aufgewachsen und dem Ort immer treu geblieben. Inge Körner arbeitete nach der Schule im elterlichen Geschäft als kaufmännische Angestellte, während Otto Meins eine Banklehre absolvierte. Mit 17 Jahren wurde er zum Krieg eingezogen. Als er nach Heidmühle zurückkehrte, suchte die Gemeinde gerade einen Fachmann für die Kasse. Schon wenig später wurde er Kämmerer und 1966 Gemeindedirektor.

Inge und Otto Meins lernten sich 1947 kennen, 1950 gaben sie sich in der St. Stephanus-Kirche Schortens das Ja-Wort. Das Paar hat zwei Söhne, heute gehören auch zwei Schwiegertöchter sowie vier Enkelkinder und ein Urenkel zur Familie.

Rund 20 Jahre lang war Otto Meins Gemeindedirektor, bis gesundheitliche Probleme ihn 1986 zum Ruhestand zwangen. Das Amt hatte seinen ganzen Einsatz gefordert. Seine Frau, die zum Teil auch noch berufstätig war und die beiden Kinder versorgte, musste oft auf ihn verzichten.

Erst im Ruhestand wurde das anders, beiden haben u. a. das Reisen entdeckt. Neben Schottland, Russland, Ungarn und vielem mehr sei ihnen Füssen im Allgäu zur zweiten Heimat geworden, erzählt der heute 84-Jährige. Otto Meins liebt die Arbeit im kleinen Garten vor der Wohnung im Herzen Heidmühles. Außerdem arbeitet er mit Begeisterung am Computer. Mit Boßeln und Radfahren hält er sich fit. Ihre Diamantene Hochzeit feiern Inge und Otto Meins im kleinen Kreis in einem örtlichen Lokal.