Barßel - Die Heimatgeschichte von Barßel ist eng und wohl mit keinem anderen Namen so sehr verbunden, wie mit Josef Möller. Dem ehemaligen Rektor der Realschule Barßel lag die Gemeinde Barßel und deren Geschichte sehr am Herzen. Josef Möller verstarb am Sonntag nach längerer Krankheit im Alter von 85 Jahren. Vergönnt war ihm noch, vor wenigen Tagen diesen Geburtstag zu feiern.

Nicht nur den Menschen in Barßel dürfte er in sehr guter Erinnerung bleiben. Möller wurde 1929 in Molbergen geboren. Sein Beruf verschlug ihn 1960 nach Barßel. Von 1979 bis zur Pensionierung im Jahre 1993 war er Rektor der örtlichen Realschule.

Als 1967 der Caritas-Verein Altenoythe gegründet wurde, übernahm Josef Möller, selbst Vater eines Sohnes mit Einschränkungen, ohne zu zögern das Amt des ersten Vorsitzenden. Über 25 Jahre füllte er dieses Amt aus. Möller war maßgeblich am Aufbau der Einrichtung beteiligt.

Von 1974 bis 1998 war er Vorsitzender des Vorstandes und hat die Entwicklung des Vereins entscheidend geprägt. Bis zu seinem Tod war er Mitglied und interessiert an den Ideen und Aktivitäten. Für sein Engagement erhielt er das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. „Wir verlieren mit Josef Möller eine hochgeschätzte Persönlichkeit, deren nachhaltiges Wirken für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige stets in dankbarer Erinnerung bleiben wird“, so Vorstand Michael Bode.

Möller hatte zudem maßgeblichen Anteil am Aufbau der Barßeler Realschule. In dieser Zeit prägte der Pädagoge das Gesicht und den Ruf der Schule.

Neben der Schule war er sehr engagiert auf vielen ehrenamtlichen Ebenen. „Mit unermüdlicher Energie hat er sich uneigennützig zum Wohle der Bürger eingesetzt“, bedauerte der Vorsitzende des Bürger- und Heimatverein Barßel, Josef Wagner, den Tod von Möller. Über viele Jahre war Möller im Vorstand des Vereins. Er war Autor der vom Bürgerverein herausgegebenen Bücher „Das Seemannsdorf Barßel“ und „Das alte Kirchspiel Barßel von Roggenberg bis Harkebrügge“.

Anlässlich eines „Plattdeutschen Abends“ hatte Möller vor 30 Jahren die Idee, eine periodisch erscheinende Veröffentlichung herauszugeben, um das Typische der Region mit Landschaftsschilderungen, plattdeutschen Texten und Aufbereitungen historischer Informationen einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Schriftenreihe erhielt den Namen „Barßeler Blätter“. Vom Verein wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

In der Broschüre „Blaue Reihe“ des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland befasste er sich mit „Krankheit und Tod in Barßel“ – eine historisch-demografische Untersuchung von 1651 bis 1899. Möller lieferte auch Beiträge für das Jahrbuch. Der Verstorbene gründete zusammen mit Heinz Sostmann 1962 das Katholische Bildungswerk Barßel. Viele Jahre war Möller Schriftführer und stellvertretender Vorsitzender.

Die Beisetzung von Möller findet am Sonnabend, 27. Dezember, um 10 Uhr auf dem Friedhof in Barßel mit anschließender Eucharistiefeier in der Pfarrkirche statt.