Münster/Cloppenburg - Die Bistumshauptstadt Münster und das wegen seiner Ausmaße und Architektur als westfälisches Versailles geltende Schloss Nordkirchen haben im Fokus der traditionellen Tagesfahrt des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland gestanden. Zunächst besichtigten die Besucher den ab 1225 erbauten und als Kathedrale des Bistums Münster zwischen 2009 und 2013 komplett sanierten St.-Paulus-Dom. Eine Führung zu Sehenswürdigkeiten, wie dem als „gute Stube“ der Stadt bekannten Prinzipalmarkt, der Lambertikirche mit den Käfigen der Wiedertäufer, dem Historischen Rathaus mit dem weltbekannten Friedenssaal sowie dem von dem Barock-Baumeister Johann Conrad Schlaun erbauten Erbdrostenhof schloss sich an.

Die zweite Station der Gruppe war Schloss Nordkirchen. Das barocke Wasserschloss 25 Kilometer südlich von Münster begeisterte die Besucher schon durch seine Ausmaße. Die unter Denkmalschutz stehende Anlage gilt als größte und bedeutendste Barockresidenz Westfalens. Erbaut auf einer mittelalterlichen Wasserburg der Familie Morrien aus dem 16. Jahrhundert, hat die Familie von Plettenberg das Schloss im 18. Jahrhundert erweitert. Christian Friedrich von Plettenberg, der den Ausbau des Ensembles, maßgeblich vorantrieb, war von 1688 bis 1706 Fürstbischof von Münster. Zum Schloss gehört auch ein parkähnlicher Garten.

1949 mietete das Land Nordrhein-Westfalen Schloss Nordkirchen. Seit 1958 gehört es der öffentlichen Hand. Bereits seit 1950 unterhält das Land in einem Großteil der Räume die Fachhochschule für Finanzen Nordrhein-Westfalen mit circa 1000 Studenten. Ein Teil der Anlage ist für Besucher und Führungen freigegeben.

Nach Geschichte und Architektur galt das Augenmerk der Besucher einem literatischen Aspekt. Zunächst führte sie ihr Weg nach Burg Hülshoff im westlich von Münster gelegenen Havixbeck. Sie war Stammsitz der Familie von Droste-Hülshoff (1417 bis 2012). Die im 11. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnte, typische münsterländische Wasserburg ist eine Renaissanceanlage. Sie liegt auf zwei Inseln in einem Park.

Bei einer Führung verschafften sich die Wanderfahrtteilnehmer einen Eindruck vom Geburtsort der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797 bis 1848). Die vor allem durch ihre Balladen und die Novelle „Die Judenbuche“ bekannte Komponistin und Schriftstellerin lebte und arbeitete in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf Burg Havixbeck. Dort gewohnt hat die Dichterin bis 1826. Dann zog sie auf den Witwensitz der Familie, Haus Rüschhaus bei Gievenbeck.

Die 2012 gegründete Annette von Droste-Hülshoff-Stiftung gewährleistet die Öffnung des Hauses. Sie unterhält dort ein Museum, und bietet literarische Veranstaltungen an. Zudem beherbergt die Burg ein Café, wo sich die Mitglieder der Heimatbundgruppe am Ende der Fahrt mit einer typisch münsterländischen Vesper stärkten.