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HEIMATPFLEGE „Juwel“ funkelt in der Ortsmitte

600 Mitglieder im Verein für Heimatpflege

Seit 1872

gibt es den Verein für Heimatpflege Bad Zwischenahn, der damals Verschönerungsverein hieß. Vorsitzender des etwa 600 Mitglieder zählenden Vereins ist Heiko Reinhard, 1. Stellvertreter ist Helmut Schwengels, 2. Wolfgang Schröder.

Viele Gruppen

sind aktiv. Es treffen sich die Kükengruppe (Leitung Beate Lüttmann), Kindergruppe (Ingrid Schwengels), Jugendgruppe (Rita Schreiber), Erwachsenentanzgruppe (Kristine Warnke und Kerstin Skripalle), Späälköppel (Klaas Düring) und Spinn- und Webkreis (Ursula Dresel).

Zum Gelände

des Freilichtmuseums gehören das Ammerländer Bauernhaus, Durchfahrtscheune, Timmerkammer, Spieker, Backofen, Torfschuppen, Toilettengebäude, Sägekuhle, Hopfendarre, Immenschelf, zudem Bargfried, Bleicherhütte, Mühle, Dwersack, Schmiede, EInraumhaus, Heuerhaus, Hots-Scheune und Schafkoven. Zum Verein gehören ebenso das Ammerland-Hus (Geschäftsstelle mit Archiv) wie auch der „Fährkroog“ in Dreibergen und das Museum in Specken mit dem „Museumskroog“. Gepflegt wird eine Fläche von etwa 75 000 Quadratmetern.

Ansprechpartner

für diejenigen, die sich für Heimatpflege interessieren und sich engagieren möchten, ist „Vörsitter“ Heiko Reinhard ( 04403/2071), aber auch die anderen Vorstandsmitglieder geben gerne Auskunft.

Der Verein für Heimatpflege Bad Zwischenahn möchte jetzt verstärkt um Mitglieder werben. Auf dem Areal im Kurort sind Arbeiten an den Häusern geplant.

Von Sabine Kübler-Rüther

BAD ZWISCHENAHN - „Hier haben wir mit Lehm verfugt“, sagt Heiko Reinhard und streicht prüfend über die Mauer der Schmiede. Beim Rundgang über das Areal des Freilichtmuseums in Bad Zwischenahn ist dem Vorsitzenden des Vereins für Heimatpflege schon ein wenig der Stolz anzumerken über die Anlage, die er aufgrund der vielfältigen Aktivitäten als „lebendiges Museum“ bezeichnet. „1910 gegründet, ist es mit eines der ältesten Freilichtmuseen Deutschlands und ein Juwel mitten im Ort“.

Offensichtlich ein Anziehungspunkt: „152 Gruppen machten im vergangenen Jahr Führungen mit, und etwa 50 000 zahlende Besucher wurden gezählt“, freut sich Reinhard über die Resonanz, die auch Lohn des tatkräftigen Engagements von etwa 200 Mitgliedern sei. Sie kümmern sich – ebenso wie zwei Vollzeitkräfte – um Häuser und Anlagen zwischen Kurklinik und Speckener Bäke, Am Hogen Hagen und Meer.

Vor allem Touristen und Tagesgäste besuchten das Museum, weiß Reinhard zu berichten, dass insbesondere auch der „Tag der Heimat“ während der Zwischenahner Woche die Attraktion sei. Dann werde altes Handwerk vorgeführt. Mühlentag, Backtage, Kartoffeltag und Maibaumsetzen seien ebenfalls gut besucht worden. „Ein Clou 2006 war die Ausstellung mit Bildern von Studienrat Karl Nagel“, erzählt der Vorsitzende. Dank Roeske-Stiftung konnte der Verein Arbeiten erwerben, die in einer Dauerausstellung im Museum Specken zu sehen sind.

Ein Schwerpunkt werde die Mitgliederwerbung sein, kündigte Heiko Reinhard an, dass ein Konzept erarbeitet werde. Der Verein, der von der Zwischenahner Woche und der Kurbetriebsgesellschaft mit gefördert werde und sich ansonsten über Beiträge (15 Euro im Jahr, Kinder die Hälfte) finanziere, freue sich über weitere Heimatfreunde und Bürger, die mitwirken möchten, aber auch vom Angebot der Ausflüge, Sonderfahrten und des freien Eintritts profitieren könnten.

Tatkräftige Helfer seien gleichfalls gefragt. „Wir haben uns einiges vorgenommen“, meint Heiko Reinhard. Zuerst seien alle Häuser zu reinigen und das Interieur gegebenenfalls instand zu setzen. „Auch werden wir beispielsweise von der Schmiede die Pfannen abnehmen, den Dachstuhl überprüfen und die Hohlpfannen wieder in Strohdocken einsetzen.“ Viel zu tun gebe es bei der Mühle, wo vor allem ein neuer Anstrich erforderlich sei. „An vielen Häusern müssen Legten, das tragende Gebälk, ersetzt werden“, listet Reinhard weiter auf. Derzeit setzten Mitglieder landwirtschaftliche Geräte instand, die in Specken ausgestellt würden. Auch im „Spieker“ gebe es einiges zu tun.

Doch auch das Vergnügen komme nicht zu kurz. „Neben den bekannten Veranstaltungen im Jahreslauf, zu denen natürlich wieder der ,Tag der Heimat’ gehört, planen wir erstmals die Teilnahme an der ,Holländischen Woche’ für den Zeitraum vom 6. bis 12. Mai mit unterschiedlichsten Beiträgen von niederländischen und Zwischenahner Vereinen“, macht Reinhard Reklame. Zur Pflege der Heimat gehört für ihn eben auch der Blick über den Tellerrand, die internationale Begegnung in einem „Museum, das so mit Leben erfüllt wird.“

„Die Pflege der Heimat ist doch wirklich zeitlos aktuell.“

Heiko Reinhard
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