Ganderkesee - Was für ein Unterschied. Dauerregen hatte der Landjugend Ganderkesee vor einem Jahr bei ihrem Osterfeuer einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. „Vielleicht 200“ Gäste hätten damals der Nässe getrotzt, erinnerten sich Vorsitzender René Habeck, sein Vize Tammo Siemers und Schriftwart André Harms. Ein völlig anderes Bild am trockenen Sonnabendabend: Volksfeststimmung herrschte am Holler Weg, „500 bis 600 Besucher“ seien es wohl, die sich an den Flammen wärmten und die nach der Musik von DJ Sören die lange Nacht zum Tag machten.
Das Anzünden des 80-Kubikmeter-Haufens hatte die Landjugend traditionsgemäß dem Nachwuchs überlassen. Tim, Laura, Dalin, Tilo und David, alle zwischen fünf und neun Jahre alt, hatten bei einem Versteckspiel die Schokohasen gefunden und durften zu den Fackeln greifen. Für die Nacht hatten sich die 16 helfenden Landjugend-Mitglieder ein Limit gesetzt: „Um 3 Uhr fangen wir an abzubauen.“
Noch voller als am Holler Weg war’s beim Gasthof Menkens in Hoykenkamp. Ab 17 Uhr hatten die Helfer am Stockbrot-Feuer keine Pause mehr. Um 18.30 Uhr sortierte Gastwirt Gerhard Menkens die jüngsten Besucher nach Altersgruppen: Denn bei der jetzt folgenden Suche nach Ostereiern und Süßem „sollen alle eine Chance haben“.
Auch in Hoykenkamp übernahmen es Kinder, das Osterfeuer zu entfachen. Hanna und Celina, beide elf, durften das übernehmen – allerdings erst nach einer kurzen Einweisung durch Menkens: „Die brennende Fackel nach vorn halten, Abstand wahren.“
„Wunderschönes Wetter, optimale Windrichtung“ freute sich Holger Kreye, Vorsitzender des Turn- und Sportvereins (TSV) Immer-Bürstel, über die Voraussetzungen für das Osterfeuer hinter der Schießhalle in Immer. Helfer des TSV übernahmen es, die etwa 320 Gäste mit Bratwürsten oder Getränken zu versorgen. 180 Eier steuerten Onno Osterloh vom Kreislandvolkvorstand und Thorben Schwarting vom Ganderkeseer Landvolk bei: „Ein Denkanstoß“, um auf die Bedeutung der Landwirtschaft hinzuweisen und darauf, dass viele Preise nicht auskömmlich seien, erklärte Osterloh.
Mit einem Teleskoplader des landwirtschaftlichen Betriebes Iben hatte der Ortsverein Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege sein Feuer in Neu-Holzkamp aufgeschichtet. Vorsitzender Enno Vosteen freute sich über „400 bis 500“ Gäste. Kinder feierten auf dem weitläufigen Gelände an eigenen, kleinen Feuern – „natürlich unter Aufsicht“, wie Vosteen erklärte.
Auch am Sonntag brannten in der Gemeinde noch mehrere Osterfeuer, unter anderem in Hengsterholz und Hoyerswege.
