- Helle Nächte und heiße Tage, Hitze und kühle Schatten, Blütenpracht und Erntesegen, Badespaß und Ferienfreuden – der Sommer liefert der Lyrik jede Menge Motive. Die Sommergedichte, die Gudrun Bull zusammengestellt hat, reichen vom entspannten, oft erotischen Sinnengenuss bis zur melancholischen oder auch ironischen Abschiedsstimmung des Spätsommers à la Erich Kästner: „Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott./Aus Herrlichkeit wird Nahrung./Aus manchem, was das Herz erfuhr,/wird, bestenfalls, Erfahrung.“ (Gudrun Bull (Hg.): „Gedichte für einen Sommertag“, dtv 14413, 8,90)

In den 30er Jahren gab es in Deutschland sogenannte Landwerke, in denen jüdische Jugendliche, um dem Naziterror zu entgehen, auf ihre Ausreise nach Palästina vorbereitet wurden. In Urs Faes’ Roman „Sommer in Brandenburg“ lernen sich in einem dieser Landwerke in Brandenburg zwei junge Menschen kennen und lieben. Über dem Zauber der sommerlichen Landschaft hängt als düsterer Schatten die Frage, ob das Paar die erhoffte Ausreiseerlaubnis erhält. (Urs Faes: „Sommer in Brandenburg“. Roman, st 4611, 10,-)

Auf einer norwegischen Insel am Polarkreis, wo im Sommer die Sonne nicht untergeht und das weiße Licht die Konturen verwischt, verschwinden auf unerklärliche Weise junge Männer. Gibt es womöglich die männermordende Waldfee Hulda aus den alten Gespenstergeschichten? Handelt es sich um „normale“ Verbrechen? Zwischen Fantasie und Realität macht sich ein junges Mädchen an die Lösung des Rätsels – halb Krimi, halb Schauergeschichte, glänzend erzählt. (John Burnside: „In hellen Sommernächten“, Roman, btb 74667, 9,90)

Als der Vater des zwölfjährigen Zeno schwer erkrankt, muss der Junge den Sommer bei seinem Großvater im Piemont verbringen. Der mürrische, eigenbrötlerische Mann ist des Lebens überdrüssig, doch indem er seinem Enkel nach und nach seine Lebensgeschichte erzählt, in der sich das ausgehende 20. Jahrhundert spiegelt, entsteht zwischen den Generationen eine wunderbare Beziehung. Ein berührender Roman über die Kraft des Erzählens und der Erinnerung. (Fabio Geda: „Der Sommer am Ende des Jahrhunderts“, Roman, btb 74935, 9,90)

Urlaub kann man zwar zu jeder Jahreszeit machen, aber im Sommer ist es am schönsten. Die Geschichten des „Urlaubslesebuchs“ von Siegfried Lenz über T.C. Boyle bis zu Uwe Timm erzählen von Fernweh und Heimweh, von geglückten und missglückten Reisen und – natürlich – von langen Sommertagen und hellen Sommernächten. (Karoline Adler (Hg.): „Urlaubslesebuch“, dtv 21589, 6,95)