Ganderkesee - Ein kompletter Kleiderschrank in Schlutter und große Pappverpackungen in Hohenböken waren die sperrigsten Gegenstände, die am Sonnabend in den Containern der freiwilligen Müllsammler in der Gemeinde Ganderkesee landeten. Dazu kamen wieder jede Menge Papier und Plastik, massenweise Flaschen und Scherben, etliche Radkappen neben den Landstraßen, illegal entsorgter Hausrat und alte Reifen unterschiedlicher Größen und Fahrzeuge – lauter Überbleibsel der Wegwerfgesellschaft, die von freiwilligen Helfern aus vier Ortsvereinen fleißig aufgesammelt und verladen wurden, um sie dort abzuliefern, wo sie von Anfang an hingehört hätten: auf der Deponie.
Zur „Aktion Saubere Landschaft“ hatten am Sonnabend die Ortsvereine Hengsterholz-Havekost, Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege und Steinkimmen sowie der Bürgerverein Hohenböken aufgerufen. Alle stellten übereinstimmend fest: Es lag weniger Müll an den Straßen als in den vergangenen Jahren.
„An vielen Stellen räumen die Anlieger selbst schon auf“, glaubt Hans-Joachim Wallenhorst vom Bürgerverein Hohenböken, der rund 25 Helfer im Einsatz hatte. Andererseits gebe es Orte, meistens ein bisschen abseits der Straße gelegen, die offenbar gezielt angesteuert würden, um Abfall in größeren Mengen abzulegen. So wie im Hohenbökener Moor, wo unter anderem an einer Stelle gleich ein Dutzend alter Reifen gefunden wurde. Dagegen habe sich das Umweltverhalten vieler Kohlfahrer verbessert, glaubt Wallenhorst.
Das bestätigt Enno Vosteen, Vorsitzender des Ortsvereins Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege, der mit 38 Müllsammlern unterwegs war. „Da passen die Anlieger auf“, meint er. Jede Menge Schnapsflaschen wurden in Schlutter und umzu trotzdem aufgesammelt: im sogenannten „Strothmann-Graben“, wo ein Passant anscheinend regelmäßig das Leergut seiner bevorzugten Marke entsorge.
„Etwas weniger Müll als sonst“ landete auch im Container beim Havekoster Feuerwehrhaus. Gut 3,5 Kubikmeter Abfallgut hätten die 20 Helfer zusammengetragen, schätzt Ortsvereins-Vorsitzender Karl-Heinz Meier.
Erst am Nachmittag, als der Regen einsetzte, machten sich rund 15 Müllsammler in Steinkimmen auf den Weg. Sie fanden wieder viele unschöne Hinterlassenschaften auf dem Weg zum Jugendhof und beim Hünengrab. Dort seien jetzt zwar Bänke für Touristen und Wanderer aufgestellt worden, erklärte Ortsvereins-Vorsitzender Gerold Cordes – „aber die Mülleimer haben sie vergessen!“
