HELLE - Neugierig waren sie schon, die vielen Besucher, die am Wochenende auf des Gelände des Reitclubs Helle kamen. Hier konnten sie an einer für die Region einmaligen Veranstaltung teilnehmen: Vorgestellt wurde die klassisch portugiesische und barocke Reitweise.

Die Idee zu einer derartigen Präsentation hatte Birgit Waetcke-Rach. Sie lernte das klassisch-barocke Reiten in München kennen und war davon so angetan, dass sie diese Form der Reiterei auch im Ammerland bekannt machen will. Unterstützt wurde sie dabei vom RC Helle, der seine Anlage zur Verfügung stellte, und vom Regionalverband Nord für Klassisch-Barocke Reiterei. Dessen Vorsitzender, Manfred Claus aus Schwarz in Mecklenburg-Vorpommern, war von der Resonanz sehr angetan.

Am ersten Tag stand ein Turnier mit Prüfungen an, bei dem es jedoch keine Platzierung gab. 46 Reiter aus dem gesamten norddeutschen und ostdeutschen Raum hatten sich dafür angemeldet. Im Mittelpunkt des zweiten Tages stand ein Showprogramm, an denen vor allem der Ausbildungsbeauftragte für klassisch-barocke Reiterei, Werner Girrulat aus Walsrode, mitwirkte.

Die klassisch-barocke Reiterei, die ihren Ursprung in Portugal habe, zeichne sich vor allem dadurch aus, dass die „Übungen ohne Gewalt und mit Achtung vor dem Partner Pferd“ einstudiert werden, heißt es. Es ist eine systematisch langsame Ausbildung von Dressurelementen an der Hand und auf dem Rücken der Pferde unter dem Aspekt, dass die Pferde gesund alt würden. „Das Pferd soll Freude an der Arbeit haben und mitmachen und nicht als Sportinstrument verschlissen werden“, so Regionalverbandsvorsitzender Claus.

Sonja Hoffmann aus Wardenburg, die sich aktiv mit einigen Vorführungen in Helle beteiligte, gehört zu den vielen, die sich in den vergangenen Jahren für die barocke Reiterei begeisterten. Sie ritt früher die ganz normale englische Dressur. „Die Einstellung gegenüber dem Pferd ist bei der braocken Reitweise kameradschaftlicher und es wird nur wirklich das abverlangt, was das Pferd auch leisten kann.“

Dass sich die barocke Reitweise für jedes Pferd, unabhängig von seiner Rasse, eignet, wurde beim Showprogramm eindrucksvoll dokumentiert, als sowohl ein Mini-Shetlandpony mit einem Stockmaß von gut 80 Zentimetern und ein Shire-Horse mit 190 cm Stockmaß auf der Reitfläche ihr Können bewiesen.

Die Barockpferdetage waren nur der Einstieg. Im Sommer soll in Helle ein Festival der klassisch-barocken Reitweise stattfinden.