Hamburg - Der französische Politologe und Publizist Alfed Grosser erhält den Henri-Nannen-Preis 2014 für sein publizistisches Lebenswerk. „In den Medien hat mit Sicherheit niemand anders so großen Anteil an der Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland wie Alfred Grosser“, erklärte „Stern“-Chefredakteur Dominik Wichmann am Dienstag. Für dieses lebenslange Engagement, sein Schreiben und Reden für die Verständigung, werde der 89-Jährige ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 16. Mai auf Kampnagel in Hamburg statt.

Grosser wurde 1925 in Frankfurt am Main geboren und emigrierte mit seiner Familie aufgrund des Judenboykotts im Alter von acht Jahren nach Frankreich. 1937 wurde Grosser französischer Staatsbürger. 1947 brach er auf, um als Franzose das zerstörte Deutschland zu besuchen. Für französische Zeitungen und Zeitschriften berichtete er über die Lage seines Geburtslandes. Grosser studierte Germanistik und Politikwissenschaften in Aix-en-Provence und Paris. Ein Leben lang schrieb er für französische Zeitungen, für katholische Blätter oder für „Le Monde“, und veröffentlichte mehr als 30 Bücher.

Der Verlag Gruner + Jahr und der „Stern“ vergeben den „Henri“ in diesem Jahr zum zehnten Mal. Neben dem herausragenden Einsatz für die Pressefreiheit, für den in diesem Jahr die US-Journalistin Laura Poitras geehrt wird, und einem publizistischen Lebenswerk werden die besten journalistischen Arbeiten ausgezeichnet, die im vergangenen Jahr in deutschsprachigen Print- und Onlinemedien erschienen sind. Um den „Henri 2014“ bewarben sich Journalisten mit 912 Arbeiten. Der Preis ist mit insgesamt 35.000 Euro dotiert.