Bösel - Der Gedicht-Zyklus heißt „Henrike“. Die Verfasserin heißt Christina Sufka. Und mit „Henrike“ hat Christina Sufka den renommierten und mit 3000 Euro dotierten Borsla-Preis gewonnen. Dieser wird alljährlich von der Borsla-Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur in Bösel ausgelobt.
21 Beiträge – von der Novelle über Hörspiele bis hin zu Kurzgeschichten und Gedichten – gingen beim Böseler Verein ein. „Es kamen gleich mehrere Einsendungen in die engere Wahl. Wir haben heiß diskutieren müssen“, sagte Universitäts-Professor Dr. Hermann Gelhaus aus Bösel. Er bildete gemeinsam mit Oberamtsrat Günter Kühn aus Oldenburg, Professor Dr. Eberhard Ockel aus Vechta und Oberstudienrat Erhard Brüchert aus Bad Zwischenahn die vierköpfige Jury.
Vor allem habe bei Sufka die sprachliche Gestaltung der 14 Texte – so viele umfasst der Zyklus – überzeugt. Mitunter würden dem Leser „nur Sprachbrocken vorgeworfen“, so Gelhaus. Doch diese Sprache sei kein Unvermögen, es sei der gewollte Ausdruck eines Schmerzes, für den es eigentlich keinen Ausdruck gebe, erläuterte das Jury-Mitglied. Und Leiden und Schmerz sind zentrale Themen im Beitrag der 69-jährigen Preisträgerin aus Ilsede bei Peine. Einen ganz eigenartigen Reiz mache zudem aus, so Gelhaus, dass die zwölf zum Zyklus gehörenden Gedichte in ostfälischem Platt geschrieben seien, eine Variante der hier bekannten niederdeutschen Sprache.
Am Mittwoch wurde die Preisträgerin offiziell von der Borsla-Vereinigung bekannt gegeben. Vorsitzender Dr. Josef Willer und Schriftführer Franz Schwalm zeigten sich sehr zufrieden mit der Wahl und bezeichneten den Beitrag von Christina Sufka als „etwas Besonderes“.
„Wir wollen mit dem Borsla-Preis Aufmerksamkeit schaffen“, sagte Jurymitglied Gelhaus, der gleichzeitig auch 2. Vorsitzender der Vereinigung ist. Der Wettbewerb sorge dafür, dass „gute niederdeutsche Texte hergestellt werden“. Durch die qualitativ hochwertigen Beiträge wolle man das Niederdeutsche vom Makel befreien, „keine gute Sprache zu sein“.
Die Preisverleihung findet am 9. November um 19 Uhr im Böseler Heimathaus statt. Festredner wird Ulf Thiele, niedersächsischer CDU-Generalsekretär, sein. Die Laudation auf die Siegerin hält Hermann Gelhaus. Musikalisch umrahmt wird der Abend von der Gruppe „Dreebladd“. Das Quartett trat bereits im Rahmen des Plattdeutschen Jahres in Bösel auf. Eine der Musiker ist Gitta Franken, Borsla-Preisträgerin 2005 und 2011.
