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Premiere „Hexenjagd“ bis in den Tod

Sigrid Lünnemann

Cloppenburg - Die Bühne für das Theaterstück „Hexenjagd“ von Arthur Miller erinnert an einen Boxring. In jeder Ecke steht ein Hocker, Seile umspannen die hell erleuchtete Fläche und die Zuschauer in der Kulturkneipe „Bebop“ haben von allen Seiten einen guten Blick auf das Geschehen. Nur der Galgen, der von der ersten Szene an von der Decke baumelt, lässt das nahende Unheil ahnen.

Missbrauch der Macht

Die Studio Bühne der VHS Cloppenburg hat unter der Regie von Hubert Gelhaus und Katja Kuhlmann mit der 1953 uraufgeführten „Hexenjagd“ von Arthur Miller ein tiefgründiges Stück über die Abgründe der menschlichen Seele, über Angst, Hysterie und Machtmissbrauch auf die Bühne gebracht. Der Ort der Handlung ist Salem, eine puritanische Kleinstadt in Massachusetts im Jahr 1692. Eines Nachts überrascht Pastor Parris (Nico Martens) seine Tochter Betty (Jan Nipper), seine Nichte Abigail (Marion Bartl) und einige andere junge Mädchen des Ortes, die zum Teil nackt im Wald tanzen. Mit dabei ist die Sklavin Tituba (Antonia Richter).

Aus Angst vor einer drakonischen Strafe flüchten sich einige Mädchen in eine Ohnmacht, aus der sie nicht zu erwachen scheinen. Bereits am nächsten Morgen weiß ganz Salem von den Geschehnissen der Nacht und schnell kursieren Gerüchte von Hexerei in der strenggläubigen Gemeinde. Als auch noch der Spezialist für Hexenaustreibung Pastor Hale (Niklas Reinken) im Ort erscheint, bricht in Salem ein regelrechter Hexenwahn aus. Aus Angst vor Strafe beschuldigt die freizügige Abigail die Sklavin Tituba der Hexerei. Diese klagt aus Angst wiederum wahllos andere Frauen an.

Ein Ende am Galgen?

Von nun an ist niemand mehr vor den Denunziationen der Mädchen sicher und die Hexenjagd beginnt. Besonders Abigail erkennt, dass sie die Situation für ihre eigenen Ziele missbrauchen kann und beschuldigt die kränkliche Frau (Katja Kuhlmann) des Farmers John Procter (Friedhelm Bruns), mit dem sie eine Affäre hat, der Hexerei. John ist der Einzige, der den Wahnsinn durchschaut und versucht, das sinnlose und brutale Treiben der Mädchen zu beenden. Aber am Ende steht auch er vor der Entscheidung sein eigenes Leben durch ein falsches Geständnis zu retten oder am Galgen zu enden.

  Weitere Aufführungen sind für Dienstag und Mittwoch jeweils ab 19.30 Uhr im „Bebop“ geplant.

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