Edewecht - Digge, digge, digdig – Justice Djamson gibt den Takt vor. Gut zwei Dutzend Kinder und einige Erwachsene folgen ihm. Digge, digge, digdig. Konzentriert schlagen sie die mit Tierhaut bezogenen Holztrommeln. Djamson, Chorleiter aus Ghana, zieht das Tempo an. Schneller und lauter wird der Rhythmus. Manchem huscht jetzt ein Lächeln über die Lippen. „Nun versuchen wir mal etwas anderes“, sagt auf Englisch der Gast aus Afrika. „One, two, three – klapp, klapp, klapp.“ Klapp, klapp, klapp, so schallt es ihm entgegen.
Djamson – Jahrgang 1966 – ist anlässlich der „Süddorfer Chortage“ in die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Edewecht gekommen, um jungen und älteren Musikbegeisterten in verschiedenen Workshops (s. Info-Kasten) die Klänge seiner Heimat näherzubringen. Er arbeitet während seines knapp einwöchigen Aufenthaltes mit Konfirmandengruppen und Chören, hinzugesellen dürfen sich aber alle, die mögen.
„Wir wollen ganz viel Spaß haben“, gibt Dr. Emmanuel Noglo von der Norddeutschen Mission die Losung für den Montagnachmittag im Edewechter „Haus der offenen Tür“ aus. Zunächst wird ein Spiel gespielt, bei dem die Workshop-Teilnehmer erfahren, wie wichtig es ist, Gemeinsamkeit und Solidarität zu üben, Rücksicht zu nehmen. Dann wird zusammen musiziert – und ganz viel Spaß gehabt.
Pastorin Dr. Tabea Rösler ist Organisatorin der „Süddorfer Chortage“ und sichtlich erfreut über die Resonanz. Auch sie trommelt mit. Von Emmanuel Noglo lässt sie sich – ebenso wie einige Kinder – später sogar zum Tanzen animieren. Klapp, klapp, klapp. Es wird in die Hände geklatscht, dann recken sich die Arme Richtung Decke. Hintereinander ziehen die Tänzer durch den Raum. Die Trommler lachen angesichts dieser besonderen Form von Polonaise. Justice Djamson strahlt über das ganze Gesicht.
„Ich finde es schön, wie alle hier mit Freude dabei sind“, sagt er. Wieder wird der Rhythmus schneller, lauter. „Stopp“, ruft er. Sofort kehrt Ruhe ein. „Könnt Ihr Euch noch an das erste Stück erinnern?“, will der Chorleiter wissen. Schulterzucken, Kopfschütteln. „Digge, digge, digdig“, hilft er. Digge, digge, digdig, kommt es zurück.
