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Tag Der Offenen Tür Hier töpfern und kleistern Hobbykünstler

Nina Janssen

Oldenburg - Die Töpferscheibe dreht sich gleichmäßig, nasser Ton kleckst auf die blaue Schürze. Der Kopf ist geneigt, die Hände schmiegen sich an die weiche Masse – Dieser graue Kloß erfordert höchste Konzentration und langsam nimmt er Form an.

In den buntesten Farben und Formen zeigte sich am Sonntag die Werkschule im Kunstforum beim alljährlichen Tag der offenen Tür. Auf vier Etagen geben hier momentan 19 professionelle Künstler verschiedene Kurse zu Malerei, Bildhauerei und Keramikkunst. Die Besucher konnten sich einen Einblick in ihre Arbeit verschaffen und gleichzeitig das neue Programm kennenlernen.

Was lerne ich hier? Wie sieht es fertig aus? Kann das jeder oder muss ich dafür begabt sein? Diese Fragen werden nach einem einfachen Prinzip aufgeklärt: In den jeweiligen Arbeitsräumen stellen die aktuellen Kursteilnehmer ihre Werke aus, wie Tonskulpturen oder Zeichnungen. Auf diese Weise bekommen Interessierte eine Idee davon, was sie in den Kursen erwartet.

Flatsch. Der Tonklumpen landet nicht immer ganz in der Mitte der Drehscheibe. Andréa dos Santos-Cornelius tunkt ihre Finger ins Wasser und bringt die Scheibe mit den Füßen in Schwung. „Das finde ich schön“, sagt sie als sie die Schale mit ihren Händen umschließt. „Töpfern macht Spaß, weil es unendlich viele Formen gibt. Nicht so einfach, wie es aussieht, aber ich bin ein geduldiger Mensch.“ Auf der Suche nach Weiterbildungsmöglichkeiten ist sie auf die Töpferei gestoßen: „Es schafft Ruhe und Konzentration, genau das richtige für meine Arbeit.“

Soziale Projekte

Seit 1983 bereichert die Werkschule die künstlerische Erwachsenenbildung in Oldenburg. Seit dem Umzug vor einem Jahr ins Stadtzen-trum (vorher Flötenteich) bietet das Kunstforum neben einer tollen Aussicht viel Platz und helle Räume. Das Foyer im Erdgeschoss bietet Künstlern einen Ausstellungsraum. Neben dem Kursangebot startet die Werkschule auch sozio-kulturelle Projekte, vermittelt Kunst zum Beispiel in Seniorenheimen oder in der Strafvollzugsanstalt.

Im vergangenen Jahr entstand ein Kurzfilm mit dem Titel „Diagnose Depression“ in Zusammenarbeit mit der Karl-Jaspers-Klinik. Der vierminütige Film machte am Sonntag den Auftakt. Allein dafür kamen etwa 50 Besucher, um an der anschließenden Diskussion teilzunehmen.

Die Holzbildhauerin Sarah Hillebrecht eröffnete am Sonntag im Kunstforum ihre Ausstellung. Die Bandbreite reicht von Figuren bis zu abstrakten Arbeiten. „Ich habe ein Thema im Kopf und versuche es dann in eine Form umzusetzen“, sagt die Künstlerin. Sechs Wochen ist sie mit ihrer Ausstellung im Foyer.

Eine ruhige Insel

Weiße Wände, weißer Boden, große Fenster und viel Licht. Im Kurs für „figürliche Plastik“ entstehen Skulpturen aus Ton. Das Thema „Paare“ inspirierte beispielsweise zu zwei Frauen in Badeanzügen. Von der Ausstellung ist Hanne Riemenschneider begeistert: „Ich besuche Kunstgalerien sehr gerne. Das ist eine gute Gelegenheit, einfach mal hinter die Kulissen zu schauen.“

Wer „Porträtzeichnen“ oder „Abenteuermalerei“ besucht, werde auf einer ruhigen Insel landen. Was der Kursleiter Mario Müller damit meint? „Hier entdecken wir die Langsamkeit wieder. In Zeiten der Digitalisierung ein wichtiges Thema.“ Für so eine neue Herausforderung ist Susanne Reiher offen: „Ich habe privat endlich wieder mehr Zeit.“ Na, da wird doch im vielfältigen Kursangebot der Werkschule etwas dabei sein?

Beate Anneken, die künstlerische Leiterin, ist zufrieden: „Es waren viele Besucher da und der Kurzfilm kam sehr gut an.“ Für die Zukunft gibt es ebenfalls gute Aussichten: „Die Drehkeramik kommt wieder, gerade bei jungen Leuten.“

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