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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Amtseinführung: Neuer Bischof hat große Zukunftspläne

03.09.2018

Hildesheim Der bisherige Ordenspriester Heiner Wilmer ist in einer feierlichen Zeremonie zum neuen Bischof des Bistums Hildesheim geweiht worden. „Mir ist bewusst, dass ich meinen Dienst in einer für die Kirche herausfordernden Zeit antrete“, sagte der 57 Jahre alte Katholik am Samstag. „Das schwerste und bitterste Thema ist für mich der Zusammenhang von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch in unserer Kirche. Diesem Thema werde ich mich von Anfang an mit aller Kraft widmen.“ Rund 3000 Gäste waren in der Stadt und verfolgten die Amtseinführung.

Zu den Gästen zählten Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der frühere Bundespräsident Christian Wulff sowie Hannovers evangelischer Landesbischof Ralf Meister. Der Landesbischof betonte, die Vertreter der evangelischen Kirchen in Niedersachsen habe es berührt, „dass Sie von Anfang an ihre ökumenische und interreligiöse Verbundenheit ausgedrückt haben“.

Nächstenliebe als Motto

Weil zeigte sich optimistisch, dass sich die guten Erfahrungen in der Zusammenarbeit des Landes Niedersachsen mit dem Bistum Hildesheim fortsetzen werden. „Wenn es mich nicht täuscht, dann werden wir noch viel mehr gemeinsam dafür tun müssen, dass diese Gesellschaft zusammenbleibt und dass Nächstenliebe wirklich ein Motto für uns alle wird“, sagte der Regierungschef.

Der aus dem Emsland stammende Wilmer tritt die Nachfolge von Norbert Trelle an, der aus Altersgründen aus dem Bischofsamt ausschied. Als er nach der Weihe auf dem monatelang unbesetzten Bischofsstuhl Platz nahm, brandete Applaus in der Kirche auf. Zuletzt war Wilmer drei Jahre lang Generaloberer der weltweiten Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester in Rom. Von 1998 bis 2007 leitete der Theologe und Historiker das Gymnasium Leoninum Handrup. Er hatte gesagt, er verstehe sich im Dienst an Menschen jeden Glaubens.

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße, der Wilmer zum Bischof weihte, betonte in seiner Predigt die Herausforderungen des Bischofsamtes: „Es ist spannend, aber auch herausfordernd, heute Bischof zu sein.“ Dazu zählten etwa die knappen Finanzen und die Bekämpfung sexuellen Missbrauchs in der Kirche.

Vorwürfe wiegen schwer

Er spielte damit unter anderem auf den längst gestorbenen Hildesheimer Ex-Bischof Heinrich Maria Janssen an, der einen Jungen sexuell missbraucht haben soll. Der Vorwurf wurde erst mehr als 50 Jahre nach dem angeblichen Missbrauch erhoben. Schweres Versagen attestierten Gutachter dem Bistum auch im Umgang mit Vorwürfen gegen einen Pater, der bereits im Zentrum des Missbrauchsskandals am Berliner Canisius-Kolleg mit mehr als 100 Opfern stand.

In seiner Ansprache begrüßte Wilmer die Gäste auch auf Spanisch, Englisch, Französisch und Italienisch. Zum Abschluss gab er noch humorvoll Einblicke in die Vorbereitung der Feierlichkeiten – und zwar in seiner „Muttersprache“: Plattdeutsch. Demzufolge besprach er mit dem Domkapitel, ob es bei seiner Amtseinführung auch Bier vom Fass geben sollte. „Sie sehen, in der Organisation gab es von Anfang an fundamentale Überlegungen.“ Nach der Weihe kam der neue Bischof mit zahlreichen Menschen ins Gespräch, die den vierstündigen Gottesdienst auf der Großbildleinwand vor dem Dom verfolgt hatten.

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