Westerstede - Ein kleiner Brief war der Auslöser für ein Hilfsprojekt, das auf Initiative der Westerstederin Karin KIaproth ins Leben gerufen worden war (NWZ  berichtete) und jetzt immer größere Kreise zieht. Inzwischen wurde sogar ganz offiziell der Verein „KuKi Gambia e.V. – Schulprojekt für Kubuneh Kinder in Gambia“ gegründet.

Zustande gekommen war der Kontakt ursprünglich durch eine Brieffreundschaft 1979 zwischen der damals 13jährigen Karin KIaproth. Ihr Englischlehrer bahnte den Kontakt zwischen ihr und einem Mädchen in Afrika an, das seine Englischkenntnisse verbessern wollte. „Es war ein winziges Stück Papier mit einer Adresse in Gambia. Ich wusste gar nicht, wo das ist und habe erst mal im Atlas nachgeschlagen“, erinnert sich die Westerstederin.

Später verlor sich der Kontakt wieder, bis Karin Klaproths Töchter 2004 auf die merkwürdigen blauen Luftpostbriefe stießen und eine Menge Fragen stellten. Daraufhin habe sie einen Brief geschrieben, nicht sicher, ob er überhaupt ankommen würde. „Dann aber kam mit der Post ein Umschlag mit vielen persönlichen Briefen von mehreren Familienmitgliedern und einer Menge Fotos.“

2009 stieg Karin Klaproth mit ihrer Kollegin Karen Pottek in den Flieger, um die afrikanische Familie zu besuchen. Bei diesem einen Mal sollte es nicht bleiben. Bei einem dreiwöchigen Aufenthalt im vorigen Sommer, bei der auch ihre Tochter Lena dabei war, nahm sie am Dorfleben teil. „Wir wohnten in einem kleinen Rundhaus ohne fließend Wasser und ohne Strom. Die Armut ist in manchen Familien sehr groß. Viele Kinder sind Waisen und bei Großeltern oder Verwandten untergebracht. Ohne staatliche Unterstützung und soziale Absicherungen ist nur ein sehr bescheidenes Leben möglich“, berichtet die Westerstederin von ihren Eindrücken. „Die Menschen dort haben so wenig und sind trotzdem so fröhlich. Sie haben ihre Traditionen, ihre Werte und ihre Lebensfreude“, fasst Klaproth ihre Eindrücke zusammen.

Da viele Kinder aus Kostengründen nicht am Unterricht teilnehmen können, entstand die Idee, Schulpatenschaften zu vermitteln. Der Aufruf, der auch in der NWZ  veröffentlicht wurde, war erfolgreich. Insgesamt 27 Schulpatenschaften konnten seither vermittelt werden, darunter auch Anja, Julian und Hartmut Dreesmann, die kurzentschlossen zusammen mit Karin Klaproth im Februar und März eine Reise nach Kubuneh unternahmen. Wie die Gruppe berichtet, habe man sich vor Ort von der korrekten Verwendung der Spendengelder überzeugt.

Um das Hilfsprojekt weiter auszubauen, wurde der gemeinnützige Verein „KuKi Gambia e.V.“ gegründet. Wer helfen möchte, kann eine Schulpatenschaft übernehmen. „Die Kosten für Schuluniformen, Schuhe, Schulmaterial, Schulgebühr, Mittagsverpflegung und medizinische Grundversorgung betragen für einen Monat nur 12,50 €Euro“, rechnet die Westerstederin vor. Auch über einmalige Spenden für Projekte in Kubuneh freuen sich die sieben Gründungsmitglieder. Von einer größeren Spende einer Rastederin sei beispielsweise eine Schulküche mit Rauchabzug eingerichtet worden, nennt Karin Klaproth ein Beispiel. Vorher hätten die Frauen im Qualm gesessen, um das Essen für die 180 Kinder am offenen Feuer zuzubereiten.

Kerstin Schumann
Kerstin Schumann Redaktion Westerstede