Cloppenburg - Die kulturhistorisch bedeutende Sammlung von Schreibgeräten aus dem Nachlass des Kommerzienrates Friedrich Soennecken ist jetzt auch online in aller Welt zu sehen. Dazu hat das Museumsdorf in einem umfänglichen Projekt sämtliche Exponate mit Bild und ergänzenden Details digitalisiert. Freigeschaltet wurde die digitale Seite am Dienstag von Museumsdorf-Leiter Professor Dr. Uwe Meiners, dessen Mitarbeitern Christiana Hemken und Dr. Karl-Heinz Ziessow sowie dem Geschäftsführer der LzO-Stiftung Kunst und Kultur, Udo Unger.
Diese LzO-Stiftung hatte bereits 1989 gemeinsam mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung diese besondere Sammlung erworben und sie dann 1990 dem Museumsdorf als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. „Diese Sammlung an hochwertigen Gegenständen der Gebrauchskunst besticht durch Umfang und Qualität. Mit der Online-Stellung kann jetzt ein noch breiteres Publikum als bisher dieses kulturelle Erbe betrachten“, so Meiners.
„Die mediale Aufbereitung ist den beteiligten Akteuren erstklassig gelungen. Wir sind davon überzeugt, dass Liebhaber schöner Schreibwerkzeuge daran Gefallen finden werden. Dies entspricht unserem Anliegen, die Sammlung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, erklärte Stiftungs-Geschäftsführer Unger.
Die Sammlung ist auch bei anderen Ausstellungshäusern bundesweit gefragt. So waren Teile des Konvolutes unter anderem im Jüdischen Museum in Berlin sowie im Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburgs zu bewundern.
In Deutschland begann 1875 der Fabrikant Friedrich Soenneken als erster mit der industriellen Produktion von Füllfederhaltern und sollte für Jahrzehnte der Marktführer bleiben. Als Sohn eines Schmieds kam der Erfinder und Kaufmann 1848 im Sauerland zur Welt. Schon in der Schule erkannte man sein großes Potenzial, das in dem kleinen Fritz steckte. Ein „Tintenmalheur“ während seiner Lehre gilt als Initialzündung für seinen Erfindungsreichtum und seine Leidenschaft in Sachen Büromaterialien. Er gilt als bedeutender Reformer des Schriftwesens und zugleich Begründer eines neuen Industriezweiges in Deutschland, der sich mit der Herstellung aller Sparten des Bürobedarfs, von der Feder über Aktenordner und Tischkalender bis zu Büromöbeln befasste.
Während eines zweijährigen Projektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft wurde die Sammlung Soennecken fotografisch neu erfasst und beschrieben. Die 600 Schreibzeuge sind das erste Konvolut von mehr als 5000 Objekten aus dem Museumsdorf und dem Schlossmuseum Jever, die künftig über das Portal „Kulturerbe Niedersachsen“ der Öffentlichkeit zugänglich sein werden.
