München - Schüler in Bayern sollen Adolf Hitlers „Mein Kampf“ in kommentierten Ausgaben lesen. Die historisch-kritische Ausgabe der Hetzschrift könne als Quelle in Schule und Unterricht herangezogen werden, erklärte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Donnerstag. Dagegen hätten unveränderte Nachdrucke der Schrift keinen Platz an Schulen im Freistaat.
„Mein Kampf“ kann nach dem Auslaufen des Urheberschutzes seit 2016 frei nachgedruckt werden. Es steht aber infrage, ob umkommentierte Ausgaben den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen. Hitlers in den 1920er Jahren erschienene Schrift fasst die NS-Ideologie des Judenhasses und des „Lebensraums im Osten“ zusammen. Vor einem Jahr veröffentlichten Historiker des Instituts für Zeitgeschichte die erste kritische Edition von „Mein Kampf“ mit fast 4000 Anmerkungen. Die Ausgabe wurde bereits mehr als 85 000 Mal verkauft.
