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Gymnasium „Hobbyrömer“ begeistern Sechstklässler

Julian Schwuchow

Nordenham - Eine Geschichtsstunde der besonderen Art erlebten jetzt die Schüler der 6d des Gymnasiums Nordenham: Jens Bannach als Justus Sexus Septimus und Michael Zgorecki als Markus Livius Pullo boten den Sechstklässlern einen Einblick in das Heer der Römer. Mit viel Fachwissen, einer echten Legionärskleidung und vielen antiken Gegenständen der römischen Soldaten begeisterten die Fans der römischen Geschichte die Schüler.

Schon vor Beginn der Doppelstunde konnten die Schüler ihre Kenntnisse über die Römer unter Beweis stellen: Während Justus und Markus im Hintergrund noch ihre Präsentation vorbereiteten, nutzte Lehrerin Susanne Morgenroth die Gelegenheit, um das Vorwissen aus dem Unterricht abzufragen – mit Erfolg. Die punischen Kriege, das Leben der Römer in der Familie und auch die Entstehung Roms waren den Schülern bekannt. Das bot Justus dann eine gute Möglichkeit, an das Wissen der Sechstklässler anzuknüpfen und dieses noch weiter auszubauen.

Aus Filmen wie „300“ oder „Asterix und Obelix“ glaubten die Schüler, schon viel zu wissen, doch da musste Justus sie belehren: „Asterix und Obelix war auch für mich in meiner Kindheit ein toller Comic, jedoch hat er mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun.“

20 bis 30 Kilogramm

Zur Ausrüstung gehörten einige Waffen der römischen Soldaten, viele Gebrauchsgegenstände, eine schwere Legionärsrüstung und eine Kettenhemd-Rüstung, die von Markus sogar tragend präsentiert wurde. Die Rüstung eines Legionärs wog 20 bis 30 Kilogramm und konnte von einem gut durchtrainierten Legionär etwa acht Stunden am Stück getragen werden.

Ein großer Nachteil war die mangelnde Mobilität. Das sahen auch die Schüler sehr schnell ein und stellten fest, dass Markus sich in der leichteren Rüstung mit Kettenhemd nahezu ungehindert bewegen konnte, obwohl auch diese ein Gewicht von acht Kilogramm hat. Der Nachteil des Kettenhemdes fiel einer cleveren Schülerin sofort auf: Dünne und spitze Gegenstände wie zum Beispiel Pfeile können ein Kettenhemd durchdringen.

Dass es im römischen Imperium sogar Fabriken gab, wollten die Schüler zunächst nicht glauben, doch Markus erläuterte, dass Gegenstände wie das Kettenhemd in mühseliger Handarbeit gefertigt werden mussten und Sklaven daran viele Stunden in Fabriken arbeiteten.

Das römische Heer gilt als eines der erfolgreichsten in der Geschichte des Menschen, das dahinter stehende Erfolgskonzept verriet Markus den Schülern auch: „Eins ist natürlich klar, auch der römische Soldat war kein Übermensch. Doch seine Disziplin und Gehorsamkeit auch innerhalb der Gruppe machten ihn zu einem unglaublich guten Kämpfer.“

Auch die Fähigkeit, von seinen Feinden zu lernen, prägten den römischen Soldaten: „Die meisten Gegenstände hat sich der Römer damals nicht selbst ausgedacht. Das Schwert zum Beispiel kam aus Spanien und der Schild aus Griechenland“, betonte Markus. Eine strategisch gut ausgebaute Ausrüstung und eine solide Taktik führten das römische Herr in nahezu jeder Schlacht zum Sieg: Gut organisierte Reiterstaffeln hielten Ausschau, jeweils acht Soldaten bewohnten zusammen ein Zelt, von denen jedoch meist nur vier gleichzeitig schliefen, während die anderen ebenfalls als Wachen dienten.

Viele Fotos gemacht

In der Schlacht selber suchten die Soldaten allerdings eher den direkten Kampf, da hier ihre strategische Aufstellung und zahlenmäßige Überlegenheit dominieren konnten.

Nach dem Vortrag von Justus und Markus beantworteten diese noch einzelne Fragen. Die Schüler probierten die Ausrüstungen aus, betrachteten viele Gegenstände aus der Sammlung der „Hobbyrömer“ und machten noch einige Fotos.

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