Nordenham - „Wunderbar“, „Einfach der Hammer“ und „Grandios“ – die rund 140 Besucher der Jahnhalle zeigten sich auch von dem mittlerweile vierten Konzert des Künstler-Duos Friend’n Fellow in Nordenham restlos beeindruckt. „Auf der Bühne sind die ja noch viel stimmungsvoller als auf YouTube“, meinte auch Andreas Schmidt aus Tettens, der die beiden zum ersten Mal live hörte und über einen Freund auf die Pop-Soul Musik der absoluten Extraklasse aufmerksam geworden war.

Es sind meist gecoverte, eher ruhige Rhythmen und Stücke, die einen sofort abschalten und in andere Welten wegträumen lassen. So auch diesmal in der Jahnhalle.

Das Publikum lauschte schon bei den ersten Klängen andächtig. Geboten wurde mehr als nur virtuose Gitarrenmusik. Thomas Fellow holt wieder alles aus seinem Saiteninstrument heraus. Auch Dank der dunklen, samtigen Stimme von Constanze Friend ist es in der Jahnhalle so still, dass man glaubt, eine Stecknadel fallen hören zu können.

Alles gibt sich der hinreißenden Musik mit der enormen Klangfülle hin. Es scheint, als wolle jeder Besucher jeden einzelnen Ton bewusst wahrnehmen, in sich aufsaugen und konservieren. Das ist völlig verständlich, denn das Duo aus Dresden harmoniert hundertprozentig. Es scheint auf der Bühne miteinander zu verschmelzen und völlig in der Musik aufzugehen.

Die Finger von Thomas Fellow wandern so behände und professionell über den Steg und Rumpf der Gitarre, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus kommt.

Genauso verhält es sich mit dem voluminösen und sonoren Timbre von Constanze Friend. Wenn die Frau mit den ghanaischen Wurzeln zum Beispiel über ihre Großmutter singt, die sie als Kind immer beschützt hat. Im einen Moment ist ihre gefühlvolle Stimme noch kraftvoll und dynamisch, dann wird sie allmählich leiser wie ein zarter Hauch, der langsam verebbt. Da wirkt absolut nichts künstlich, auch nicht, wenn sie sich kunstvoll und ganz natürlich zu den Rhythmen im Takt bewegt. Es ist, als ob sich ihr Körper wie selbstverständlich in die Musik einfügt.

Mehr als 100 000 Tonträger hat das Künstler-Duo mit seinen Tourneereisen durch Europa, Asien und die USA bislang verkaufen können. Der Konzertabend in Nordenham war ein Querschnitt durch die Musikgeschichte der beiden, die seit nunmehr einem Vierteljahrhundert gemeinsam auf höchstem Niveau miteinander musizieren.

Ursprünglich hatte Thomas Fellow eine Karriere als klassischer Gitarrist einschlagen wollen, erzählt er dem Publikum. Doch dann sei er in den 1980er Jahren – damals noch mit Haarscheitel und Schnäuzer – auf Constanze Friends getroffen und habe seine Pläne kurzerhand geändert. Zum Glück, möchte man da meinen. Denn die beiden Ausnahmemusiker sind schlichtweg Garanten für brillante Musikerlebnisse.

Egal, ob „My baby just cares for me“, ein Jazz-Klassiker aus den 1930-er Jahren, Johnny Cashs Country Song „Ring of fire“ oder afrikanische Rhythmen wie „Grandma’s hands“, Friend’n Fellow überzeugen mit hochkarätigen Interpretationen und bewegen sich auf jedem der ausgewählten Genres mit traumwandlerischer Sicherheit. Das ist Musikgenuss pur.