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Ausstellung Hodscha trifft Hexe Farbenfroh

Oldenburg - Es ist wieder Zeit, die Nase tief in die Bücher zu stecken. Seit Sonnabend und noch bis zum 25. November ist die Oldenburger Kinderbuchmesse „Kibum“ Anziehungspunkt für Leseratten vieler Altersgruppen. Schon bei der Eröffnung im PFL sagte der rappelvolle Saal viel über den Stellenwert dieser Traditionsveranstaltung aus, die vor 40 Jahren das erste Mal ihre Türen öffnete.

Natürlich lag das auch an Paul Maar. Der Autor ist mit seinen Geschichten über das Sams berühmt geworden. Zur Eröffnung brachte er eine ganz andere Figur mit. Nasreddin Hodscha, den Maar als „den türkischen Till Eulenspiegel“ vorstellte – passend zum diesjährigen Messeschwerpunkt Türkei. So brachte der Narr einen Bettler dazu, den Geruch des Lammfleisches vorm Laden eines Händlers mit dem Klingen seiner wenigen Münzen zu bezahlen. Bei einem anderen Streich schaffte es Hodscha, dass der Sultan vor ihm die Hosen herunterließ. Viele weitere Kurzgeschichten hat Maar in „Das fliegende Kamel“ zusammengefasst. Besonders wurde die Lesung durch die musikalische Untermalung. Live auf der Bühne fanden das Ensemble „Capella Antiqua Bambergensis“, Murat Coşku und İIbrahim Sarıaltın, teils mit historischen Instrumenten, die passenden Töne für die Streiche des lustigen Hochstaplers.

Nicht nur zuhören

Doch nur zuhören ist nicht das Ziel der Kibum. Bücher selbst entdecken sollen die Besucher. Also stürmen die Jungen und Mädchen nach der offiziellen Eröffnung durch Oberbürgermeister Jürgen Krogmann an die Regale, sodass die Eltern kaum hinterherkommen.

Doch gerade bei den Publikationen für die Kleinsten ist der Einsatz der Erwachsenen gefragt. Im Raum mit den Bilderbüchern sind jedes Sitzkissen, jedes Stühlchen und sogar viele Plätze auf dem Fußboden besetzt von Müttern, Vätern oder Großeltern – in der Hand ein Buch, auf dem Schoß eins, zwei, drei, vier, viele Kinder.

„Ich war selbst schon als Kind auf der Kibum und habe gute Erinnerungen daran“, erzählt Jan Krone. Heute lese er das Sams vor, da war es klar, dass man Paul Maar nicht verpassen durfte. Für Kerstin Rosts sechsjährige Zwillinge Nevio und Zoe ist es der erste Besuch auf der Messe. „Man kann alles mal ausprobieren und es gibt eine große Bandbreite, das finde ich toll.“

In den anderen Räumen wird der Anteil der Erwachsenen kleiner. Denn hier stehen die Bücher für Kinder, die ihre Geschichten schon selbst aussuchen und lesen können. Also stöbern sie bei Fantasy-Romanen, Abenteuer-Geschichten und Sachbüchern und fläzen sich gemütlich auf die vielen Matten und Sitzkissen.

„Meine Lieblingsbücher sind ,Conni und das Klassencamp’ und ,Die Hexe Farbenfroh’“, erzählt die siebenjährige Nisa aus Rastede. Sie ist stolz, dass sie ihre Geschichten schon selbst lesen kann. Ihre ein Jahr jüngere Schwester Beyza lernt das auch gerade. Bis das klappt, liest Nisa auch gerne mal etwas vor.

Digitales unverzichtbar

Doch es gibt nicht nur Papier auf der Kibum, denn dem digitalen Zeitalter kann man sich auch auf einer Buchmesse nicht verschließen. Also ist ein Raum PC-Spielen, Hörbüchern und in diesem Jahr auch Apps für Handys oder Tablet-Computern gewidmet. „Wir zeigen hier prämierte Produkte“, erklärt Elke Boecker von der Unibibliothek. An modernen Medien komme man nicht vorbei, und Spiele am Bildschirm seien ja nicht generell schlecht. Strategisches und räumliches Denken könnten auf diese Weise gefördert werden, so Boecker. Nicht nur lesen bildet also.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)
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