Colnrade - „Alles für 27 Euro?“, bietet Petra Neitzel Sattelunterlage und andere Reitutensilien der jungen Frau an ihrem Stand auf dem Hökermarkt in Colnrade am Morgen an. Daraus werden dann 25 Euro. Zu sehen ist eine glückliche Reitsportbegeisterte. Die Geldscheine wandern in die Börse von Petra Neitzel.

Neitzel ist bereits das vierte Mal mit ihrer Freundin Dagmar auf dem Hökermarkt. Beide haben einen eigenen Stand. „Letztes Jahr waren wir einmal in Friesoythe. Da ist es fast noch etwas größer. Die gute Atmosphäre hier ist aber nicht zu schlagen“, meinte die Wardenburgerin und widmet sich weiteren Nachfragen der Schnäppchenjäger.

Davon sind zum Tag der Deutschen Einheit, dem dritten Oktober, wieder reichlich gekommen. Das Blech steht in kaum endenden Reihen auf den ausgewiesenen Parkflächen. Und doch ist es zum Marktbeginn noch nicht so voll, dass es nur ein Geschiebe in dem zum Teil engen Gassen ist. „Das ist auch gut so. So laufen die Geschäfte besser“, sagt ein anderer Beschicker.

Die feilgebotenen Dinge, oft aus Omas oder Opas Schuppen oder vom eigenen Boden, sollen den Besitzer wechseln. Ein Angebot, das schier unerschöpflich erscheint. Von den alten Vinyl-Schallplatten bis zum Multikopter, vom neuen Rucksack bis zum alten Stuhl: Beim Hökermarkt in Colnrade findet jeder etwas zum kleinen Preis. Auch Spielsachen gibt es, vom Händler oder Privat. Zum Teil sind sie schon für Weihnachten.

Dabei gibt es immer eine Gewissheit. Das ausgegebene Geld für die Schnäppchen ist ja nicht weg. Es hat nur eben jemand anders. Ein Schnack, der immer wieder die Runde beim Hökermarkt am Sonnabend machte.

Zur Mittagszeit wurde es zusehends voller. Die eingesetzten Shuttle-Busse brachten immer wieder Besucher, die von den umliegenden Parkplätzen die Fahrt im Bus dem Gang an der Straße vorgezogen hatten.

Unter dem Motto „Man sieht sich in Colnrade beim Hökermarkt“ konnten die wohl wieder 30 000 Besucher bei herrlichem Oktoberwetter einen abwechslungsreichen Tag mit allerlei kulinarischen Versuchungen von Knipp bis Pizza genießen und den einen oder anderen Kauf mit nach Hause nehmen.

Am Sonntag kehrte dann wieder die Ruhe in dem sonst so beschaulichen Colnrade ein. Bis zum nächsten Hökermarkt in 2016.