Ganderkesees Kinderprinzenpaar ist alljährlich in einer sportlichen Disziplin gefordert: im Werfen. Genauer: im Kamellewerfen. So auch Viktoria Lübbe und Christoph Stolle. Beim Kinderfasching am Sonntag waren allein 40 Kilo Bonbons unters närrische Volk zu bringen. Die Kamelle war von Viktorias Vater Konrad Lübbe eingekauft und gebracht worden – denn der hat als Bonschenmajor der GGV den kurzen Draht zur Süßwarenindustrie.
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Auch ohne jeden Sport kam unterdessen ein anderer Mitwirkender ganz schön ins Schwitzen: Klaus Meyer. Der Umzugsleiter war erst im warmen Löwen-Kostüm, dann als Daisy Duck („mit Ganzkopfmaske“) und Sekunden später wieder als Löwe Leo im Einsatz. Das Entenkostüm hatte Meyer schon vor etlichen Jahren getragen – damals als Mitglied der Tanzgruppe des Spielmannszuges. Kleiner Trost für ihn: Beim Tanzen mit der Ganzkopfmaske dürfte er damals wohl noch mehr geschwitzt haben.
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Ein „kleines Jubiläum“ gab es beim Kinderfasching hinter den Kulissen. Seit genau zehn Jahren sorgen dort Monika und Erwin Tönjes dafür, dass die Mitwirkenden auf der Bühne und dahinter weder hungern noch dürsten müssen. Die Pommes und auch die Getränke sind zugleich ein Dankeschön an die Aktiven, die ja alle ohne Gage mitwirken. Die Eheleute Tönjes haben da übrigens alle Hände voll zu tun – denn meist sind beim Kinderfasching so um die 100 hungrige Mägen zu versorgen.
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Ein Jubiläum wurde auch beim Büttenabend gewürdigt: Stephan Schibel steht seit 25 Jahren auf der Bühne. 1982 hatte er in der Männergarde angefangen, Anfang der 90er wechselte er zur Chaos-Combo, kam schließlich wieder zur Männergarde. Schibel sagte auch zu, als Büttenabend-Mitorganisator Dirk Wieting zum 50-jährigen Jubiläum des Ganderkeseer Faschings im Jahr 2001 fünf Sänger für Musik aus jeweils einem der fünf Jahrzehnte suchte. Tenor Schibel übernahm damals „die 50er, meinen Rock ’n’ Roll“. Übrigens: In der Gruppe „Fab Five“, die damals entstand, singt der Rethorner auch heute noch. Mit einem Unterschied. Fab Five, das ist heute ein Sextett: Jochen Brünner, Uta Seidel, Birgit Dornbusch, Inga Jamry, Oliver Grube – und eben Stephan Schibel.
Welche der Darbietungen in den 25 Jahren ihm am besten gefallen hat? „Bei Fab Five der Swing im vorigen Jahr“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Bei der Männergarde muss Schibel dann schon ein wenig länger nachdenken. Da habe es vieles gegeben: Die „Roten Lippen“ zum Beispiel. Und die südamerikanischen Klänge, mit „großartigen Samba-Kostümen“. Nur: Bei letztgenannter Darbietung, so lacht Schibel, „war ich gar nicht dabei“.
ine besondere Ehrung
wartete beim ersten Büttenabend am vergangenen Freitag auch auf die „tapferen Schneiderlein“, die sich über Wochen mit der richtigen Stoff- und Farbwahl für die Gewänder des Prinzenpaares, des Kinderprinzenpaares und der Ehrendamen beschäftigt hatten. Bärbel Lüdeke, zuständig für das Kinderprinzenpaar Viktoria Lübbe und Christoph Stolle, sowie auch Anne Warneken, die für Prinz André und Prinzessin Insa geschneidert hatte, investierten unzählige Arbeitsstunden in die Herstellung der aufwendig gearbeiteten Kleider und Uniformen. Viele Anproben waren für den richtigen Sitz nötig. Und beim Einmarsch zum Büttenabend konnte es jeder sehen: Die Faschingsmajestäten waren mit ihren Gewändern hochzufrieden. Rührend auch das Lob des Kinderprinzenpaares an ihre Schneiderin: „Wir sind zwar nur das Kinderprinzenpaar, aber mit diesem Kleid und diesem Anzug fühlen wir uns wie das große.“
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Nach Harpstedt führte jetzt die traditionelle Kohlfahrt der Arbeiterwohlfahrt Schönemoor: Im Restaurant Wasserburg ließen es sich die Teilnehmer dabei ordentlich schmecken. Auch zwei neue Kohlköniginnen konnten ermittelt werden. Neben Gerda Brode wurde auch Elfriede Jackstreit von der Vorsitzenden Ursula Ruhm ausgezeichnet.
