HOHENBöKEN - Dieser Ort mit seinen „hohen Buchen“, den „hohen Böken“, zog Menschen offenbar schon immer an: Das „Gut Hohenböken“, so weiß Gästeführerin Lisa Dirks, habe eine jahrhundertelange Geschichte – die vermutlich weiter zurückreiche als die des Huder Klosters. Bei der letzten Landpartie des Ganderkeseer Gästeführerteams in der Saison 2011 am Sonntag, 6. November, will sie aus dieser Geschichte berichten – und dabei den Fokus aufs Jahr 1936 legen.
Mal wieder gegen Bremen
Um 1470, so weiß es die Gästeführerin, sei das Gut Hohenböken erstmals urkundlich erwähnt worden. Graf Gerd von Oldenburg, der „Quade“, „hatte mal wieder gegen die Bremer gekämpft“. Jetzt sollten sich die Kontrahenten zu einem Vergleich treffen – „auf dem befestigten Hof Hohenböken vor der lateinischen Pforte, also dem Kloster Hude.“
Auch in den kommenden Jahrhunderten kam das Anwesen immer mal wieder ins Rampenlicht. „Hoch angesehen“ sei beispielsweise die Familie Meyer gewesen, die über lange Zeit Eigentümerin war und an die noch heute die Aufschrift auf einem Brunnen neben dem späteren Hof Sextroh („Bernd Meyer Anno 1784“) erinnert.
Um 1900 sei das Anwesen an die Bremer Kaufmannsfamilie Schelf verkauft worden, die 1912 ein Sommerhaus (heute Freizeitheim) errichtete. Später ging das Gut ins Eigentum der Lahusens aus Delmenhorst über. Doch mit der Pleite der Nordwolle war auch deren Ära zu Ende – jetzt übernahm das Siedlungsamt den Hof.
Gravierender Einschnitt
Ab 1936 wurden die Ländereien dann auf 14 neue Eigentümer aufgeteilt. Für das Dorf Hohenböken sei das wohl ein gravierender Einschnitt gewesen, denkt die Gästeführerin.
Und heute? Ein bisschen dieser Guts-Geschichte, so sagt Lisa Dirks, spiegele sich im Dreieck wider. Denn alle Familien, die 1936 zu neuem Besitz kamen, hätten dort 50 Jahre später Bäume gesetzt – Buchen, versteht sich.
Bei der Landpartie (Titel: „Gut Hohenböken – seit 1936 14 neue Besitzer“) will die Gästeführerin während einer Wanderung durch den herbstlich gefärbten Ort auch viele idyllische Ecken zeigen. Beim Dreieck, wo sich auch das neue Backhaus befindet, wird pausiert.
Die Landpartie beginnt am Sonntag um 14 Uhr beim Freizeitheim Hohenböken, Ammerweg. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro. Nähere Informationen bei Lisa Dirks unter Telefon 04223/3009.
