HOHENKIRCHEN - Die gute Nachricht gab es gleich zu Beginn: Auch 2012 und 2013 wird das Marinemusikkorps Nordsee noch das vorweihnachtliche Konzert in der St. Sixtus- und Sinicius-Kirche Hohenkirchen bestreiten. „Wir kommen auf jeden Fall“, betonte Dirigent Tobias Terhardt am Freitagabend in der gut gefüllten Kirche. Auch Oberst Harald Schulz, Kommandeur des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“, das wieder gemeinsam mit der Gemeinde Wangerland das 39. Konzert organisiert hatte, kündigte an, dass die Objektschützer die Tradition fortsetzen werden.
„Es ist ein Unding, dass dieses hervorragende Orchester zerschlagen wird“, beklagte Wangerlands Bürgermeister Harald Hinrichs beim traditionellen Empfang nach dem Konzert im „Wintergarten“ des Hotels „Dorf Wangerland“. Das Marinemusikkorps Nordsee sei eins der besten Aushängeschilder der Bundeswehr in der Region.
Weihnachtsgefühle
Er freue sich bereits auf das 40. und 41. Konzert, sagte Hinrichs: „Denn danach kann Weihnachten kommen“, sagte er. Das Orchester spreche mit seinen Stücken direkt die Herzen an: „15 Tage vor Weihnachten haben Sie uns weihnachtliche Gefühle beschert.“
Die 46 Marinemusiker unter Leitung von Kapitänleutnant Tobias Terhardt hatten auch beim 39. Konzert ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet mit Werken, die speziell für Bläser komponiert sind wie „A Trumpet Tune“ von John Stanley oder „Glory of David“ von Hayato Hirose, aber auch mit Bearbeitungen von symphonischen Werken wie die Ouvertüre des „Barbier von Sevilla“ von Rossini oder den 6. Satz der 3. Sinfonie von Gustav Mahler.
Die sehr getragene Mahler-Sinfonie wie auch der erste Satz von „Three Famous Cathedrals“ des Belgiers Charles Michiels über die Backstein-Kathedrale St. Cecile in Albi füllten den gesamten Kirchenraum mit Klang – auch sonst zeigte sich, wie perfekt die Gaukirche und Bläsermusik zusammenpassen. So brachte die dramatische Musik des Japaners Hayato Hirose, mit viel Pauken, Schlagwerk und Fanfaren die Geschichte Davids bis zum Sieg über Goliath erzählt, die gesamte Kirche zum Mitschwingen – selbst die Bänke vibrierten, als Goliath über das Schlachtfeld stapfte und zuletzt tot zusammenbrach.
Viele Kontraste
Leicht-beschwingte Musik spielte ein Quintett aus zwei Trompeten, Posaune, Horn und Tuba mit den ursprünglich für Klavier geschriebenen „Rondo all Ongarese“ von Haydn und „Rondo all Turca“ von Mozart: Oft gehört, aber immer wieder schön – besonders wenn die Trompeter im flotten Türkischen Marsch virtuos die Finger fliegen lassen müssen.
Weihnachtlich wurde es im dritten Teil mit dem Vorspiel zu „Lobe den Herren“ von James Curnow, „A Medieval Christmas“ von Philip Sparke und „Macht hoch die Tür“ zum Mitsingen.
James Curnow lässt die Melodie des Chorals „Lobe den Herren“ in verschiedenen Tempi, Lautstärken und Geschwindigkeiten durchs ganze Orchester wandern – so springt sie von den Saxofonen zu den Tuben und macht das oft gesungene Kirchenlied zu einem ganz neuen Hörerlebnis.
Besonders schön war der dritte Satz von Sparke mit „In Dulci Jubilo“: In sehr flottem Sechs-Achtel-Takt jubelt die Musik über das Kind in der Krippe – und Weihnachten ist tatsächlich plötzlich ganz nah.
