Bookholzberg - Totempfähle hatten und haben bei Indianern viele Funktionen. Sie erzählen in Bildern Geschichten, enthalten Botschaften, symbolisieren Familienbande, gelten als Kunstwerke. Auf dem Hof der Grundschule Bookholzberg kam am Mittwochvormittag noch eine weitere, ganz andere Funktion hinzu: Kaum war dort in einer Feierstunde ein selbst gestalteter, vier Meter hoher Totempfahl enthüllt, da stürmten viele Kinder herbei – der Pfahl wurde zum Klettermast.

Der Totempfahl war in den vergangenen Monaten von der Schulhof-AG der Grundschule geschnitzt und bemalt worden. Die AG hatte in früheren Jahren bereits Weiden-Tipis oder drei Stelen gebaut.

Zunächst habe man sich mit der Bedeutung der Skulptur für die indigenen Völker befasst, „aber nur ein, zwei Stunden“, berichtete Klaus Stalling, Lehrer und Leiter der Schulhof-AG. Denn das Wichtigste sei auch für die jungen Teilnehmer die praktische Umsetzung gewesen.

Ursprünglich hatten die Drittklässler der AG vor, den Pfahl nach indianischem Vorbild mit Tieren und Masken zu bemalen. Skizzen wurden gefertigt – „aber damit waren wir nicht zufrieden“. Also wurde auf andere Motive zurückgegriffen: Vögel, Fische, auch Handabdrücke oder die Abdrücke von Tierpfoten. Auch bei der Farbgebung orientierte sich die AG an Vorbildern. „Nicht zu bunt“ sollte das Gesamtkunstwerk werden.

Auf die Spitze des Stamms kam – nach indianischem Vorbild – ein Adler. Denn der, so erklärte Stalling bei der Einweihung der versammelten Schule, „wurde besonders verehrt“.