Holle - Ein uraltes Gotteshaus hat viel zu erzählen. Und weil ein Gemäuer nicht sprechen kann, übernimmt das die Huder Gästeführerin Edith Buskohl. Am Sonntag, 28. April, bietet die Gästeführerin mit Stern von der Touristik-Palette Hude um 14 Uhr und um 16 Uhr zwei halbstündige Schnupperführungen in der St. Dionysius-Kirche in Holle (Holler Kirchweg, 27798 Hude) an. Die Teilnahme ist kostenlos.

Aus dem Jahr 1277 stammt die Kirche, die auf einem Sandberg thront. Ein ganz besonderes kulturhistorisches Kleinod, das Edith Buskohl am 6. Erlebnis-Tag der Gästeführungen im Oldenburger Land den Besuchern näher bringen möchte. Buskohl wird vom Namenspatron der Kirche erzählen und von der Kanzel, die 1637 von dem Hamburger Bildhauer Ludwig Münstermann geschaffen wurde. Es gab auch ein Taufbecken von Münstermann in der Holler Kirche. Das ist aber nach dem Krieg an das Oldenburger Landesmuseum gegangen und dort in einer Dauerausstellung zu sehen.

Der Zweite Weltkrieg brachte der Holler Kirche kurz vor Schluss den Verlust des Kirchturms. Deutsche Truppen bombardierten am 2. Mai 1945 das Gotteshaus, um den vorrückenden Kanadiern den Aussichtspunkt zu nehmen, erzählt Edith Buskohl. Der imposante Turm stürzte ein. Er wurde nie wieder aufgebaut, sondern durch einen kleinen Glockenturm auf dem Dach ersetzt. Weil das Geld fehlte.

Auch auf die Geschichte der Familie Mönnich wird Edith Buskohl eingehen. Hinter einer Wand im Altarraum und von den Kirchenbänken aus nicht zu sehen, gibt es eine riesige alte Grabplatte. Sie zeigt Johann Mönnich und seine Frau Lücke. „Er war der erste Herr auf Gut Brokdeich und stiftete zusammen mit Pastor Rosa die Münstermann-Kanzel. Deshalb wurde er in der Kirche bestattet“, weiß die Gästeführerin zu berichten. Es gibt noch viele weitere spannende Details aus der Geschichte der Kirche.

Im Jahr 2016 hatte Edith Buskohl die Führung in der Kirche St. Dionysius, die sich auch einen guten Ruf als Konzertkirche erworben hat, schon mal angeboten. Es kamen mehr als 120 Besucher. Aufgrund der großen Resonanz hat sich die Gästeführerin entschlossen, die Veranstaltung nach drei Jahren jetzt och einmal anzubieten.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude