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Konzert Gebrauchsanweisung fürs Glücklichsein

Stephan Onnen

HOLLE - Ein Konzert wie eine Gebrauchsanweisung fürs Glücklichsein: „Ich möchte Euch alle lächeln sehen“, forderte Sänger Leodelest das Publikum in der Holler St. Dionysius-Kirche auf. Nach vier Zugaben haben er und der von seinem musikalischen Partner Christian Bakotessa geleitete Gospelchor „Moto Moto International“ ihr Ziel erreicht: Selten hat man Kirchenbesucher so fröhlich und beschwingt das Gotteshaus verlassen sehen, wie am Sonnabendabend nach dem gut eineinhalbstündigen Konzert. Nicht wenige hatten immer noch den Refrain des von Jean-Eric Doudou alias Leodelest geschriebenen Abschlussliedes „Das Leben ist noch nicht verloren – es gibt immer noch Hoffnung“ auf den Lippen.

Kirchenälteste Julianna Grätz hatte den erst im Juli 2011 in Oldenburg aus einem Freundeskreis heraus gegründeten Chor bereits einmal bei einem Auftritt in der Hunte- stadt erlebt und den Kontakt geknüpft. Von der Resonanz zeigte sie sich überwältigt: 120 Menschen fanden am Sonnabend den Weg in die Holler Kirche – sie mussten ihr Kommen nicht bereuen: Der Auftritt ähnelte ein wenig den sinnenfrohen Gottesdiensten in amerikanischen Kirchen. Auch in ihnen geben sich die Chöre bei der Lobpreisung des Herrn dem Rhythmus des Gesangs, der Sprache ihres Körpers und ihren Gefühlen hin. Sie singen, sie klatschen, sie reißen die Arme hoch, sie wiegen ihre Körper im Takt der Musik. Und genau das taten auch Ilka Rahal, Regina Warmers, Leslie Ogden, Christin Kellner, Nadine Wehbring und Jessica Ouyah, die Sängerinnen von „Moto Moto International“ – oder, wie Christian Bakotessa es formulierte: „Meine Engelchen“.

Der Kongolese und seine Sängerinnen sorgten dafür, dass sich der Kirchenraum zeitweise in eine wogende Rhythmus-Welle verwandelte. Das Publikum klatschte mit, schnipste mit den Fingern, erhob sich von den Bänken, trommelte mit den Händen auf die Kirchenbänke und stimmte in den Gesang ein. Spätestens bei der ersten Zugabe „Oh happy day“ entstand ein Gefühl von Gemeinsamkeit, das anhielt – egal, ob auf Deutsch, Englisch, Französisch oder in Leodelests Heimatsprache Dida gesungen wurde.

Leodelest stammt aus der Elfenbeinküste, Christian Bakotessa kommt aus dem Kongo. Beide leben in Oldenburg, seit zehn Jahren sind sie in Deutschland. Der christliche Glaube hat beiden geholfen, ihre unbändige Lebensfreude zu erhalten. Daran lassen sie auch das Holler Publikum ausgiebig teilhaben, das sich am Ende mit stehenden Ovationen und prasselndem Applaus für einen tollen Abend bedankte. „Es war so eine Freude, hier zu sein“, sagte Bakotessa hinterher. „Die Leute waren unglaublich“, freute sich auch Leodelest über die Resonanz.

Pastor Udo Dreyer war ebenfalls begeistert: „Das wird hier sicher nicht das letzte Konzert dieses Chores gewesen sein.“

NWZ

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