HOLTGAST - Einen Einblick in die Facetten des typisch indianischen Lebens konnten Besucher am vergangenen Wochenende beim Indianerfestival in Holtgast gewinnen. In den Räumlichkeiten des „Biker Motels“ traten Amerikanische Ureinwohner in traditionellen Kostümen auf und präsentierten Tänze und Gesänge ihrer Vorfahren. Gleichzeitig wurde Literatur und typischer indianischer Schmuck zum Kauf angeboten. Die kleineren Besucher interessierten sich vor allem für das große Tipi, das klassische Wohnzelt der Ureinwohner, das auf dem Außengelände aufgestellt war.
Heinrich „Spiritit“ Walker, der Hobby-Indianer aus Papenburg, wie er sich selbst bezeichnet, entführte die Besucher in seinem Tipi in die Welt der Indianer vor über 100 Jahren. Auf dem mit Tierfellen ausgelegten Boden erzählte er von der Herstellung traditioneller Bogen aus Eibenholz und entfachte ein Feuer mit Zündsteinen. „Ich bin schon seit meiner Jugend ein Indianer-Fan“, so Walker. Die Philosophie der Naturvölker und ihr Leben faszinierten ihn immer wieder neu. „Ich möchte aber nicht nur nachlesen, wie die Indianer lebten. Ich möchte alles selber ausprobieren und erleben“, meint Walker.
Eine wichtige Einstellung auch für Tdom Bah Todem Xkee. Der Sohn einer Kiowa-Indianerin aus Nordamerika, mit bürgerlichem Namen Giovanni de Carlo, hatte das eintägige „Powwow“, eigentlich ein traditionelles Tanzfest, bereits monatelang geplant. „Ich wollte den Menschen vor Ort einen Einblick in unser Leben geben“, sagt er. Es sei wichtig, die Traditionen zu erklären, um Verständnis und Toleranz unter den verschiedenen Kulturen zu schaffen. „Ich arbeite seit mehr als 25 Jahren an meinem Traum, die Menschen nachhaltig für andere Kulturen zu interessieren.“
Die Veranstalter zählten mehr als 350 Besucher. Es klang am Abend mit einem Konzert des „Flute Keepers“ Tdom Bah Todem Xkee aus.
