Harpstedt - 200 Tonnen Holz sind im Dachstuhl der Christuskirche Harpstedt – ohne Turm und Dachlatten – verbaut. Das schätzte kürzlich Zimmerermeister Franz Zawodny bei einem Ortstermin mit Gäste- und Gartenführer Heinfried Sander. Sander wird gemeinsam mit Pastorin Elisabeth Saathoff am Sonntag, 9. September, einen ungewöhnlichen 10-Uhr-Gottesdienst in der Christuskirche zum Thema „Holz“ gestalten, dem Motto des bundesweiten Denkmaltags. Er will dabei allgemein etwas zu Holz sagen, vom Bau des gewaltigen Kirchendachstuhls 1743 bis 1747 berichten und zur Bedeutung von Holz Stellung nehmen. Im Wechsel dazu wird Pastorin Saathoff in dem Gottesdienst biblische Bezüge herstellen.

Beim Ortstermin an der Kirche staunten die Laien nicht schlecht, als ihnen Zawodny Sprengriegel und Säulen vorstellte und erläuterte, dass das Dach unverbunden auf den mehr als einen Meter dicken Kirchenschiffmauern liegt. Ansichten vom umfangreichen Balkenwerk, dazu verkohlte Stellen von Brandbomben aus dem Krieg sowie von Fledermausquartieren werden im Gottesdienst auf Papierbildern zu sehen sein. Wer mag, kann sich im Anschluss auch selbst ein Bild machen, wenn Pastorin Saathoff mit Besuchern auf den Dachstuhl geht.

Die vielen Balken im Dachstuhl kamen im 18. Jahrhundert geflößt nach Dreye und mussten mit Pferdefuhrwerken (die 200 Tonnen entsprechen der Ladung von 80 heutigen Eisenbahnwaggons) von den Gemeindemitgliedern nach Harpstedt geschafft und mühsam mit Seilzügen mehr als acht Meter hinauf gehoben werden.