HOLZHAUSEN - Rolf Ellerhorst präsentierte sich jetzt beim Schafkoben in Holzhausen vor erlauchter Runde als neuer Gograf des alten Gogerichts auf dem Desum. Die blaue Robe passte fast wie angegossen. Nur um den Halsbereich erschien das Gewand etwas zu groß. Abhilfe sollen Zwirn und Nadel bringen.
Beifall erhielt Gograf Ellerhorst von den hiesigen Schöffen Ewald Springer, Günter Vorberger, Hans Günter Voss und Jakob Rauschenberger. Letzterer trat an die Stelle von Ellerhorst. Insgesamt ist das Gogericht mit 24 Schöffen besetzt. Gleichzeitig erhielt der neue Gograf auch das Drehbuch für die nächste Gerichtsverhandlung, die die Interessengemeinschaft „Altes Gogericht auf dem Desum“ am 25. Juni, dem Gogerichtstag 2011, verhandeln wird. In jedem Jahr am Sonnabend nach „Johanni“ zu mittagsheller Zeit findet die Gerichtsverhandlung statt. Beginn ist um 11 Uhr.
„Das Gogericht widmet sich an diesem Tag traditionell einem historischen und einem aktuellen Fall“, erklärte der IG-Vorsitzende Georg Meyer aus Cappeln/Nutteln. 2011 werde der Gogerichtstag vom Heimatverein Düngstrup, der Gilde und der Stadt Wildeshausen bei der Darstellung des historischen Falls unterstützt. Aus diesem Grunde war auch der Schafkoben in Holzhausen Treffpunkt. An diese historische Stelle kamen auch Hans Günter Voss, Manfred Rollié und Christa Plate als Vertreter des Heimatvereins bzw. der Gilde und der Stadt. Gemeinsam soll nun der Gogerichtstag unterstützt werden.
Inhaltlich wird es in dem authentischen, historischen Fall um einen freien Bauern gehen, der eine leibeigene Magd eines fremden Bauern geschwängert hat, wie Meyer durchblicken ließ. Verhandlungsort ist die Gerichtsstätte auf dem Desum, die bis ins 17. Jahrhundert urkundlich belegt ist.
Im Mittelalter war das Gogericht eine bedeutende Gerichtsbarkeit, die auf einer Anhöhe im Emsteker Esch tagte und hier Recht sprach.
