HOOKSIEL - HOOKSIEL/US - Mozart war nicht nur ein genialer Komponist, sondern auch ein nervöser Zeitgenosse, der nicht einmal beim Friseur stillsitzen konnte. Die Klatschpresse machte sich über seine Nase lustig, die „ihre Schatten auf dem Gesicht auffällig weit verstreute“. Und noch auf dem Sterbebett hatte Mozart Musik im Kopf und komponierte bis zum letzten Atemzug an seinem „Requiem“.
Diese Einblicke gibt der Mozart-Biograf und Komponist Ludwig Meinardus in seinem 1883 erschienen Buch „Mozart. Ein Künstlerleben“. Meinardus wurde 1827 in Hooksiel geboren und ging in Jever zur Schule.
Die Wilhelmshavener Musikpädagogen und Pianisten Svetlana und Gundolf Semrau stellen diesen Sohn des Jeverlandes jetzt in den Mittelpunkt einer musikalischen Lesung. Während die beiden Musiker – unterstützt von den Schülern Felix Alexander Pfister, Ferdinand Weigel und Anastasia Weise – Werke von Mozart, Meinardus und dem zeitgenössischen Komponisten K. H. Rademacker-Steinborn spielen, liest der Schauspieler Heinz-Josef Kaspar aus Meinardus’ Mozart-Biografie und aus dessen Roman „Eigene Wege“.
Premiere des gut dreistündigen Programms war am Sonntag im Gästehaus Hooksiel, weitere Aufführungen folgen (siehe Info-Kasten).
Svetlana und Gundolf Semrau stellten Mozarts vierhändiges Klaviersonate F-Dur (KV 497) in den Mittelpunkt. Kaspar – in der Region bekannt als Schauspieler der Landesbühne Nord und inzwischen als Rezitator in der ganzen Welt unterwegs – brachte dem Publikum Meinardus’ leider nur wenig bekanntes literarisches Mozart-Bild näher.
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