HOOKSIEL - Fliesen in Wohnstuben und Küchen – in Ostfriesland war das im 17. und 18. Jahrhundert Zeichen einer gehobenen Wohnkultur. Unter den verschiedenen Fliesenmotiven sind die Bibelfliesen eine besondere Gruppe: Sie waren nicht nur besonders teuer, sondern zeigten in besonders prächtiger Gestaltung Szenen aus dem Alten und Neuen Testament.

Seit dem „Jahr der Bibel“ 2003 befasst sich das Norder Bibelfliesen-Team mit dem Bestand an Bibelfliesenwänden in Ostfriesland. Mit im Boot ist der niederländische Bibelfliesenexperte Jan Pluis, ein anerkannter Fachmann auf diesem Gebiet.

Kurt Perrey, Pastor im Ruhestand, und Fotograf Heiko Wilts, stellten ihr Projekt jetzt beim Seniorenkreis in Hooksiel vor.

Sie berichteten, dass die Blütezeit der Bibelfliesen im 18. Jahrhundert lag. Manufakturen waren in Amsterdam, Rotterdam, Utrecht, in Harlingen, Makkum und Delft. Vorlagen der Szenen auf den Fliesen waren Bibelillustrationen des 17. Jahrhunderts. Gemalt wurde nicht selten unter Verwendung von Schablonen.

Ganz Wände wurden so mit Fliesen versehen. „Dabei ist noch unklar, wie die Zuordnung der Bibelfliesen aus Altem und Neuem Testament geschah“, berichtete Perrey anhand eines Bibelfliesen-Posters aus Leer.

Fotograf Wilts hatte die Fliesen fotografiert und sie in Originalgröße neben- und untereinander geklebt. Diese Montage wirkt verblüffend echt und nur die Leichtigkeit der Tafel mit den 100 Fliesen hebt die Täuschung auf.

Die Arbeit des Bibelfliesen-Teams wird bundesweit gewürdigt: So ist das Team mit seinen Bibelfliesen auf den Kirchentagen der evangelischen wie auch der katholischen Kirche gerne gesehen. Demnächst geht es mit einer Ausstellung nach Berlin-Wannsee.

Die Vielfalt der Bibelfliesen wird auch eine „Fliesenbibel“ darstellen, die zum Ostfriesischen Kirchentag in Norden im Juli 2008 erscheint. Sie vereint fast 600 Fliesen und berichtet über ihre Bedeutung. bereits erschienen sind zahlreiche Broschüren über einzelne Motive der Bibelfliesen sowie die Sammlung „Mit Bilderfliesen durch die Bibel“.

Mehr Infos unter

www.kirchenkreisnorden.de