HORUMERSIEL - In fast allen Dörfern des Wangerlands gibt es Straßen – meist entstanden in den 1950er und 60er Jahren – in denen heute nur noch alte Menschen leben. „Viele fragen sich, wie lange sie noch zu Hause leben können“, weiß Wangerlands Bürgermeister Harald Hinrichs: „Das ist eine Herausforderung, die man meistern kann.“ Beim Infoabend „Wohnen im Alter – eine Herausforderung?!“ stellten am Donnerstag im Kursaal Horumersiel Seniorenservicebüro und Wohnberatung des Landkreises, die Diakonie Hohenkirchen sowie Polizei und Feuerwehr Maßnahmen vor, die alten Menschen das Leben in der gewohnten Umgebung erleichtern.

Organisiert hatte den Abend Rolf-Werner Becker aus Horumersiel, ehrenamtlicher Wohnberater des Landkreises, moderiert wurde er in fröhlich-lockerer Weise von Wieland Rosenboom.

Wie Eva-Maria Hoffmann vom Seniorenservicebüro darlegte, erstellt der Landkreis in den kommenden Jahren Demografie-Kataster seiner Städte und Gemeinden, die anzeigen, wo überwiegend ältere Menschen zu Hause sind. Diese Erkenntnisse sollen in die künftige Umfeldplanung einbezogen werden. „Die Herausforderung im ländlichen Raum besteht darin, mobil zu bleiben“, sagte sie.

Dafür sorgt auch die Wohnberatung: Kerstin Gerdes und Marion Schiel stellten gemeinsam mit Becker anhand Vorher-Nachher-Fotos Möglichkeiten vor, Wohnungen seniorengerecht umzubauen. „Oft gibt es nur Lösungen, die nicht ganz optimal sind“, berichteten sie. Immerhin könnten zahlreiche Barrieren vermindert werden.

Für den Einbau von Rauchmeldern warb Norbert Siebolds, Ortsbrandmeister von Minsen. Sinnvoll sei zudem, einen Feuerlöscher im Haus zu haben. Und ganz wichtig: „Stellen Sie Ihre Flure als Fluchtwege nicht voll – im Ernstfall müssen sie auch mit Gehhilfe schnell ins Sichere gelangen können.“

Wie ältere Menschen den so genannten Enkeltrick erkennen können, berichtete Katja Reents, Präventionsbeauftragte der Polizei Wilhelmshaven-Friesland. Sie gab auch viele Tipps für mehr Einbruchsicherheit.