HOYERSWEGE - Die plattdeutsche Sprache pflegen und erhalten: Das war das Ziel, als Gerd Frerichs 1957 die Speelkoppel ins Leben rief. Bis heute wurden 68 Stücke einstudiert, rund 90 Schauspieler waren aktiv. Und inzwischen ist die „Koppel“ auf 150 Mitglieder angewachsen.

Der erste Auftritt der „Spälkoppel Hoyerswege“ – so die Schriftweise bis 1970/1971 – war am 5. Februar 1958. Frerichs hatte zuvor in der Gegend um Mitspieler geworben. Nach nur drei Wochen Probezeit feierte das sechsköpfige Ensemble eine erfolgreiche Premiere mit dem Einakter „Korl Gramlich regeert“.

Auf dem Theaterabend am 29. November 1958 war es erstmals möglich, einen Dreiakter zu spielen. „Dat Doktorbook“ kam so gut an, dass auch „Auswärtige“ auf die Spälkoppel aufmerksam wurden. Die Proben zu den Stücken fanden bis 1969 in der damaligen Volksschule Hoyerswege statt, an der Gerd Frerichs als Lehrer tätig war.

Anschließend probten die Laienschauspieler in Räumen der Schule an der Langen Straße. Mit dem Bau einer Aula mit Theaterbühne waren dort gute Voraussetzungen zum Proben geschaffen worden. 1998/1999 zog die Speelkoppel nach Schlutter, auf die Diele von Familie Block und Kannemann, die nach wie vor als Übungsstätte dient. Für das Freilichttheater, für das alle zwei Jahre eigens ein Dreiakter einstudiert wird, wird hingegen auf dem Hof Poetzsch geprobt.

Eine Spielsaison erstreckt sich vom 1. Advent bis Ende März des Folgejahres. Bis zu 14 Vorstellungen sind üblich. Seit einiger Zeit gibt es auch eine Gruppe von bis zu zehn Kindern im Alter von acht bis 17 Jahren, die unter Leitung von Kord Struthoff Sketche aufführt. Auch diese Gruppe ist dabei, wenn zum Freilichttheater auf den Hof Poetzsch gebeten wird.

Im Laufe der Jahre lief aber natürlich nicht alles wie geplant: Mal fing der Vorhang Feuer, mal brach ein Zaun zusammen – und mal mussten Regenschirme eine Freilichtaufführung retten.