Blexen - Für Jäger ist der 3. November ein besonderer Tag. Sie ehren ihren Schutzpatron, den heiligen Hubertus. Aus diesem Grund versammelten sich Jäger und Freunde am vergangenen Sonntagabend in der St.-Hippolyt-Kirche in Blexen und hielten eine Hubertusmesse ab.
Der Brauch geht auf den damalige Pfalzgraf und leidenschaftliche Jäger Hubertus von Lüttich (655 bis 727) zurück. Der lebte nach dem Tod seiner Frau als Einsiedler in den Wäldern der Ardennen. Als er im Geweih eines Hirsches eine Kruzifix-Erscheinung sah, veränderte ihn dieses Erlebnis nachhaltig: Er schwor der Jagd ab. Fortan sah er vielmehr den göttlichen Ursprung in allen Wesen auf der Erde. Aus diesem Grund machte sich der spätere Bischof von Maastricht und Lüttich für Wildbestände stark.
Waidgerechtigkeit
Aus dieser „Achtung vor dem Geschöpfe“ begründete sich die Waidgerechtigkeit, die die heutigen Normen und Regeln für den Jagd- und Angelbetrieb festlegt. Die Waidgerechtigkeit kann darüber hinaus auch als ein Vorläufer des modernen Naturschutzes angesehen werden.
Bekanntheit erlangte die Hubertusmesse vor allem als „Erntedankfest der Jäger“. Zu diesem Anlass wurde die Blexer Kirche waidmännisch hergerichtet. Auf dem Boden verstreutes Laub erinnerte an die gewohnte Umgebung des Jägers, den Wald.
Den „Gottesdienst für Jäger und Naturfreunde“ hielt Pastor Dietmar Reumann-Claßen ab.
Die besondere Form der Messe, die für Parforcehörner ausgelegt ist, etablierte sich im 19. Jahrhundert in Frankreich und Belgien. In Deutschland setzte sich der Brauch erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch. Durch Besuche französischer Parforcehornbläser zum Anlass der Hubertusmesse kamen deutsche Jäger auf den Geschmack und besuchten auch ähnliche Veranstaltungen im belgischen St. Hubert.
Mit der Verbreitung des deutschen Parforcehorns fand die Messe mit entsprechender musikalischer Untermalung, die der rauen Jagdatmosphäre gerecht wird, letztlich ihren Einzug in die deutsche Jagdtradition.
Zwei Bläsergruppen waren in Blexen für die musikalische Untermalung verantwortlich. Zu Beginn und zum Ausgang der Zeremonie spielte die 1981 gegründete Jagdhornbläsergruppe Kleine Weser unter der Leitung von Heidi Spiekermann. Sie gibt bereits seit 20 Jahren den Ton an. Den Gottesdienst selbst untermalten die Jagdhornbläser der Jägerschaft Friesland-Wilhelmshaven unter der musikalischen Leitung von Onno Leiner-Bruhn.
Geringes Tonspektrum
Jagdhörner waren ursprünglich nicht als Musikinstrumente in Gebrauch. Sie dienten in erster Linie der Signalübermittlung innerhalb einer Jagdgesellschaft. Dieser Nutzung ist auch die Tatsache geschuldet, dass die Blechblasinstrumente über keine Klappen oder Ventile verfügen, wie es beispielsweise bei einer Trompete der Fall ist. Das Gesamtspektrum ist somit auf sechs spielbare Töne beschränkt.
